Wie Industrieunternehmen die Digitalisierung vorantreiben

von myfactory Software Schweiz AG am 07.04.2021, 3 min Lesezeit

Wenn es um die Digitalisierung geht, werden produzierende Industrien oftmals ziemlich am Schluss genannt. Dabei birgt gerade das Thema Industrie 4.0 ein grosses Potenzial für die Wertschöpfungskette der Branche. Doch bei keinem anderen Buzzword liegen die Erwartungen und die tatsächlichen Projekte so weit auseinander. Und selbst wenn Piloten erfolgreich durchgeführt werden, so scheint es, dass diese eher geringe Verbesserungen im Produktionsablauf bringen. Grund genug, um sich in diesem Artikel einmal genau anzusehen, wie Industrieunternehmen in der Schweiz aktuell die Digitalisierung vorantreiben und welche Potenziale zu heben sind. 

Status Quo zur Digitalisierung in der Industrie 

Die nationale Initiative „Industrie 2025“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass die digitale Transformation in der Industrie in der Schweiz vorangetrieben wird. Die im März 2021 veröffentlichte Publikation „Umfrage Digitalstrategie 2020“ zeigt, dass das Thema Digitalisierung nur für 55% der befragten Unternehmen überhaupt unter den Top 3 der strategischen Themen anzutreffen ist. Nur von einem Drittel der Befragten wird im selben Atemzug der digitale Reifegrad des Betriebes als „hoch“ oder „sehr hoch“ eingestuft. Die Diskrepanz dieser Werte zeigt, dass die Bedeutung der Digitalisierung in der Industrie noch nicht flächendeckend erkannt wurde. Das Thema scheint dabei vor allem vom Management, dem Kader oder den Eigentümern vorangetrieben zu werden. So wird zukünftig eine klare Unterscheidung zwischen den Industrieunternehmen, die das Thema aktiv adressiert haben, und den Nachzüglern vorgenommen werden können. Denn bei den Betrieben, wo die Digitalisierung einen hohen Stellenwert im Unternehmen einnimmt, werden vor allem interne Prozesse optimiert. 70% der Befragten gaben zu Protokoll, dass vor allem die Automatisierung der Produktion und von internen Prozessen die relevantesten strategischen Herausforderungen darstellen. 

Digitalisierung in der Industrie benötigt Investitionen 

Investitionen werden, so das Ergebnis der durchgeführten Umfrage, vor allem in die Kernprozesse entlang der Wertschöpfungskette getätigt. Knapp die Hälfte der befragten Betriebe investieren „hohe“ oder „sehr hohe“ Beträge in Abteilungen wie Produktion, Verkauf und Marketing. Sekundäre Prozesse wie die Beschaffung stehen nur selten im Fokus. Vor allem geht es im Zuge der digitalen Transformation auch darum, neue digitale Produkte und Services zu etablieren, während der Aufbau neuer Geschäftsmodelle oder E-Commerce-Anwendungen nicht im Fokus der Unternehmen stehen. Konkret fliessen bei über 61% der Befragten die Investitionen in IT-Systeme wie ERP, CRM oder Anwendungen zur Produktentwicklung und Produktionsplanung sowie -steuerung. Investitionen in Cyber-Security bzw. Datenschutz stehen bei den befragten Unternehmen aktuell nicht im Fokus. 

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Das ERP als Katalysator der Digitalisierung in der Schweizer Industrie 

Während medienwirksam von grossen Industrie 4.0 Projekten geträumt wird, sieht die Realität in vielen Schweizer Industrieunternehmen derzeit noch anders aus. Die meisten Betriebe unterstützen mit Investitionen die Digitalisierung der vorhandenen Prozesse entlang der Wertschöpfung. Im Zentrum steht hierbei die ERP-Software, die oftmals als Katalysator für die digitale Transformation wirkt. Konkret bedeutet dies, dass ERP-Modernisierungen notwendig sind, um überhaupt eine digitale Basis für aufbauende Investitionen zu schaffen. Bei vielen Unternehmen in der Schweiz sind es vor allem die internen Prozesse, die Potenzial für eine verbesserte Wertschöpfung besitzen. Die ERP-Software avanciert in diesem Zusammenhang zum Fundament der digitalen Infrastruktur. Die Anwendung bildet entlang der Wertschöpfung alle Prozesse ab und muss daher up to date sein. Im Zusammenspiel mit den niedrigen Investitionen in Cyber-Security ist es vor allem die Cloud, die der Industrie unterstützend zur Seite steht. Da cloudbasierte ERP-Lösungen einen ganzheitlichen Ansatz offerieren, bei dem keine eigene IT-Infrastruktur aufgebaut und betrieben werden muss, sind es vor allem produzierende Firmen, die von der ERP-Modernisierung profitieren. Mit einem einzigen IT-Projekt kann die unternehmensinterne IT-Infrastruktur reduziert werden, was IT-Ressourcen für die Entwicklung digitaler Konzepte befreit. Ebenfalls lässt sich die oftmals heterogene Softwarelandschaft harmonisieren, da CRM, PPS und ERP zukünftig aus einer Hand bezogen werden können. Ein modernes Cloud ERP-System bietet dadurch zahlreiche Vorteile für Schweizer Industrieunternehmen, um die digitale Transformation voranzutreiben. 

Keine Digitalisierung ohne strategischen Ansatz 

Ein weiteres nennenswertes Ergebnis brachte die Studie zutage: 58% der befragten Unternehmen verfügen noch nicht über eine eigene Digitalstrategie. Vor dem Hintergrund des überschaubaren digitalen Reifegrades und der strategischen Relevanz für den Unternehmenserfolg führt dies oftmals dazu, dass einige digitale Pilot-Projekte, z.B. hinsichtlich Sensorik oder IT-Anwendungen, durchgeführt werden; diese aber ohne einen ganzheitlichen Ansatz im Wirkungsgrad verpuffen. Die Geschäftsführung muss in der Praxis den digitalen Leitkurs mit einem strategischen, begreifbaren Rahmen vorgeben, damit dieser von den einzelnen Abteilungen befolgt werden kann. Die Digitalisierung als grosse strategische Herausforderung zu begreifen, genügt nicht, um die wirklichen Potenziale der digitalen Transformationen in der Industrie zu heben. 

Digitalisierung in der Industrie: Pragmatische Schritte statt Industrie 4.0 

Die Umfrage der nationalen Initiative „Industrie 2025“ hat gezeigt, dass eine tatsächliche Realisierung von Ideen wie der Smart Factory oder Industrie 4.0 noch bei den meisten KMU in weiter Ferne liegt. Tatsächlich sind es vor allem pragmatische Schritte zur Digitalisierung der Industrie, die genommen werden sollten. ERP-Modernisierungen, Nutzung von Vorteilen der Cloud, Harmonisierung der IT-Systemlandschaft und eine digitale Leitkultur sind hierbei nur einige Aspekte, die tatsächlich Industrieunternehmen zukunftsfähig aufbauen. Ist eine digitale Basis geschaffen, können die nächsten Schritte genommen werden. Und diese werden die Schweizer Industrieunternehmen langfristig zukunftsfähig aufstellen, damit Themen wie digitale Geschäftsmodelle nicht mehr abwegig erscheinen. 

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