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Wie die Unternehmenskultur die Digitalisierung fördert

16.12.20 08:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

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Wissen Sie, was grosse amerikanische Unternehmen und Startups in der Schweiz gemeinsam haben? Die jeweiligen Betriebe definieren sich oftmals über ihre Unternehmenskultur, die aggressiv genutzt wird, um die Mitarbeiter zu loyalisieren, zu motivieren und auf eine gemeinsame Unternehmensvision und deren Ziele einzuschwören. Da die Unternehmenskultur entscheidend von Bedeutung ist, die gesteckten Unternehmensziele zu erreichen, sind alle Abteilungen gleichermassen diesen Leitlinien untergeordnet. Geht es um Transformationsprozesse wie bei der Digitalisierung, so ist die Unternehmenskultur noch mal von besonderer Bedeutung. Lesen Sie in diesem Beitrag, warum eine positive Unternehmenskultur die Digitalisierung fördert und an welchen Stellen Entscheider ansetzen können, um den Prozess zu begünstigen. 

Definition: Was versteht man unter der Unternehmenskultur? 

Jedes Unternehmen pflegt – ob bewusst oder unterbewusst – seine individuelle Unternehmenskultur. Darunter lassen sich ein Satz an Kern-Werten und sozialen Normen verstehen, die im Betrieb von allen Stakeholdern – vom Praktikanten bis zum Geschäftsführer – im Alltag gelebt werden sollen. Diese Kern-Werte und soziale Normen finden bei allen Entscheidungsprozessen, bei Beziehungen und bei der Art der Führung Anwendung. Zählt beispielsweise der Kern-Wert Transparenz zur Unternehmenskultur, werden Entscheidungen gläsern für die Mitarbeiter erklärt und Kunden ungetrübt beraten. Ein Kern-Wert „data-driven“ gibt für alle Beteiligten im Betrieb die Leitlinie vor, dass Entscheidungen datenbasiert getroffen werden sollen. Die Unternehmenskultur legt somit den Grundstein dafür, dass sich das Unternehmen so entwickelt und die involvierten Personen untereinander und Kunden gegenüber so verhalten, wie es von der Entscheidungsebene gewünscht ist. Im Umkehrschluss erhalten alle Mitarbeiter dadurch Richtlinien, wie sie sich grundsätzlich zu verhalten haben und können sich dadurch stärker mit dem Unternehmen und der Unternehmensvision identifizieren. Denn alle Mitarbeiter zahlen auf das Erreichen von Zielen auf die Erfüllung der Unternehmensvision ein. Es muss daher sichergestellt werden, dass sich alle Mitarbeiter mit der Unternehmenskultur identifizieren können. Dies beginnt in der Regel bereits beim Recruiting. 

Wie die Digitalisierung von der Unternehmenskultur begünstigt werden kann 

Bei der Digitalisierung handelt es sich um einen Transformationsprozess, der bestehende Strukturen, Märkte und Prozesse nachhaltig verändert. Ein erfolgreiches Digitalisierungsprojekt setzt voraus, dass alle Beteiligten sich mit diesen Veränderungen identifizieren und diese auch umsetzen können und wollen. Technologien wie die Cloud verändern nachhaltig, wie in Unternehmen Software bereitgestellt wird. Dies führt dazu, dass lange bewährte IT-Systeme wie das ERP modernisiert und mit anderen Systemen integriert werden. Ein Cloud ERP ermöglicht beispielsweise die Nutzung einer gemeinsamen Datenbasis für Warenwirtschaft, FiBu, CRM und E-Commerce. Für alteingesessene Mitarbeiter werden also Schulungen und ein effizienter Change-Management-Prozess benötigt, damit diese nicht nur die neue Anwendung bedienen können, sondern auch die Vorteile verstehen und sich aktiv in das Projekt einbringen. Da mit solch einer Modernisierung auch grundsätzliche Unternehmensprozesse betroffen sind, wird die Unternehmenskultur auf die Probe gestellt. Und nicht nur Unternehmensprozesse ändern sich: Die Digitalisierung hat auch Auswirkungen auf das grundsätzliche Geschäftsmodell und die Unternehmenskultur selbst.  

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Immanenter Change als Wert der Unternehmenskultur 

Um bei der Digitalisierung von vorneherein sicherzustellen, dass die Mitarbeiter Veränderungen und Transformationsprozesse aktiv mittragen und mitgestalten, ist es sinnvoll, dass diese grundsätzlich offen für Veränderungen eingestellt sind. Hierfür bietet die Unternehmenskultur die optimale Basis. Werden schon beim Hiring-Prozess Fragen zur Veränderungsbereitschaft, zum „lebenslangen Lernen“ und zur Flexibilität gestellt, fällt es später in einem Umbruchsprozess leichter, die Mitarbeiter auf diese Veränderungen einzuschwören und sicherzustellen, dass diese Transformationsprozesse mitgetragen werden. Dies vereinfacht das Change-Management und ermöglicht agilere Vorgehensweisen, die vor allem in einer Umbruchperiode von Bedeutung sind.  

So gelingt ein Kulturwandel im Unternehmen 

Startups haben den Vorteil, dass sie praktisch mit einer leeren Leinwand beginnen und sich vor der ersten Einstellung bereits intensive Gedanken rund um die Unternehmenskultur machen können. In bereits etablierten Betrieben treffen aber unterschiedlichste Personentypen aufeinander, die eigene Werte verfolgen. Diese können beispielsweise Beständigkeit, Sorgfalt oder Zurückhaltung sein. Diese löblichen Eigenschaften können in einem Umfeld der Veränderung dafür sorgen, dass neue Prozesse abgelehnt werden und der Mitarbeiter aus Höflichkeit bzw. Zurückhaltung seine Bedenken nicht kommuniziert. Bei der Einführung eines neuen Geschäftsmodelles oder Unternehmensprozesses führt dies unweigerlich zu Problemen, die oftmals nicht direkt erkannt werden. Daher gilt es ebenfalls in der Digitalisierung für einen Kulturwandel zu sorgen. Die folgenden Ansätze können dies unterstützen: 

  • Schaffen Sie Relevanz und Bedeutung für die Unternehmenskultur. Ist allen Mitarbeitern klar, welche Werte aufgrund der Herausforderungen benötigt und gelebt werden sollten, können diese die entsprechenden Denkweisen adaptieren. 
  • Ermitteln Sie idealerweise zusammen mit Ihren Mitarbeitern die Werte, die aktuell von Bedeutung sind. Hierfür eignen sich beispielsweise Übungen aus dem „Design Thinking“-Prozess. Diskutieren Sie anschliessend darüber, warum diese Werte von Bedeutung waren. Oftmals gibt es hier gemeinsame Schnittmengen aus der Unternehmenshistorie oder der Branche. 
  • Überlegen Sie sich abschliessend, wofür das Unternehmen im Hinblick auf die Veränderungen durch die Digitalisierung stehen möchte und wie Mitarbeiter untereinander aber auch gegenüber Kunden und Lieferanten Beziehungen pflegen sollen. Kommunizieren Sie anschliessend die gewünschten Werte und erklären Sie auch den Mitarbeitern, was darunter verstanden wird an entsprechenden Beispielen. 
  • Alle Entscheidungsträger sollten in dem Prozess von Anfang an eingebunden sein und die neuen Werte aktiv vorleben. Dies verbessert die Akzeptanz. 

Kategorien: Administration, Cloud, ERP, KMU, myfactory, Digitalisierung, Mobile Business, digitale Transformation, HRM_Swiss

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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