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Wie die Cloud Unternehmensprozesse beflügelt

19.08.20 08:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

wie-die-cloud-unternehmensprozesse-befluegeltDie Cloud ist in der IT-Branche seit vielen Jahren das Buzzword schlechthin. Mit dem englischen Begriff ist dabei nicht die Wolke am Himmel gemeint, sondern ein Verbund von Servern, der als Cloud Computing bezeichnet wird. Datenspeicherung, Programmabläufe oder IT-Infrastruktur wird beim Cloud Computing nicht mehr lokal vorgehalten, sondern über das Internet als Dienstleistung bezogen. Die Datenwolke ist in diesem Zusammenhang inzwischen zur Selbstverständlichkeit avanciert. Die "ISG Provider Lens Public Cloud - Solutions & Service Partners Switzerland 2019" Studie titelte in diesem Zusammenhang mit Veröffentlichung der Studienergebnisse: „Schweizer Unternehmen strömen in die Public Cloud“. Warum dieser Trend weiterhin anhält und wie die Cloud Unternehmensprozesse beflügeln kann, zeigt dieser Artikel auf. 

Warum Schweizer Unternehmen die Cloud nutzen 

Die vom Marktforschungs- und Beratungshaus ISG publizierte Studie stellt vor allem fest, dass sich die IT-Investitionen in die Public Cloud von KMU im 2. Halbjahr 2019 um 20% zum Vergleichszeitraum im Vorjahr gesteigert haben. Das weltweite Wachstum beträgt in diesem Zeitraum nur 14%, sodass festzustellen ist, dass insbesondere Unternehmen aus der Schweiz die Public Cloud als Wachstumstreiber betrachten. Die Besonderheit liegt in diesem Zusammenhang bei der Public Cloud. Darunter wird verstanden, dass sich mehrere Unternehmen oder Privatpersonen dieselben IT-Ressourcen teilen, beispielsweise in Form von unterschiedlichen Instanzen ein und derselben Software, wobei jede Instanz streng voneinander getrennt wird und die Daten abgeschirmt werden. Ein Zugriff von einer Instanz auf die Daten eines anderen Unternehmens ist ausgeschlossen. Demgegenüber steht die Private Cloud, bei der nur ein Unternehmen auf die Ressourcen zugreift. Die Private Cloud findet insbesondere bei dem Bezug von cloudbasierter Software Anwendung. 

 

Der Report stellt in diesem Zusammenhang fest, dass vor allem IT-Systeme wie CRM oder ERP in die Cloud verlagert werden. Als Gründe gibt der Report unter anderem an, dass sich die Unternehmen zur Kostensenkung und -optimierung auf die Cloud stürzen. Da keine eigene IT-Infrastruktur mehr erworben, betrieben und gewartet werden muss, können Kosten durch den Bezug der zentralen Anwendungen wie ERP als Managed Services aus der Cloud eingespart werden. Die Kostenersparnisse sind dabei aber nur ein Faktor, denn entsprechende Dienstleistungen sind flexibel anpassbar in der Lizenzierung. Statt eine starre Anzahl an Nutzerlizenzen für ein lokal betriebenes ERP mit entsprechenden Carepacks für die Dauer von einigen Jahren zu erwerben, können die benötigten Nutzerkonten monatlich angepasst werden. Bei Auftragsspitzen oder Betriebsunterbrechungen lassen sich flexibel weitere Mitarbeiter aufschalten oder die Anzahl an Lizenzen verringern, um Kosten einzusparen. Carepacks gehören bei einem Cloud ERP ebenfalls der Vergangenheit an, da Aktualisierungen automatisch durch den Anbieter ausgerollt werden. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Public Cloud für Schweizer Unternehmen vor allem vor dem Hintergrund interessant ist, dass sie sich nicht mehr selbst um den Softwarebetrieb kümmern müssen, sondern diesen nur noch als Dienstleistung beziehen. 

 

Integrierte Ansätze statt Insellösungen 

Was die Studie nicht beleuchtet hat, aber ebenfalls relevant bei der Entscheidung für ein Cloud ERP ausfällt, ist der Plattformgedanke. Cloudbasierte ERPs integrieren oftmals zahlreiche weitere Komponenten wie CRM, FiBu, PPS oder E-Commerce Lösungen. Ein holistischer integrativer Ansatz ermöglicht es KMUs mit Einführung eines Cloud ERP-Systems die Komplexität der IT zu reduzieren, was wiederum Vorteile hinsichtlich Rechtemanagement, Zutrittsverwaltung und Schulungen beinhaltet. Der grösste Vorteil liegt aber in einer gemeinsamen Datenbasis, wodurch fehleranfällige Schnittstellen der Vergangenheit angehören. Das CRM muss beispielsweise nicht mehr mit dem ERP um die Datenhoheit als führendes IT-System streiten, da beide Lösungen auf dieselbe Datenbasis zugreifen. Vor allem bei Integration von E-Commerce über Onlineshops oder B2B-Portale kommt dieser Vorteil zum Tragen. Produktkataloge können praktisch mit wenigen Klicks in Onlineshops dargestellt werden. Die Echtzeit-Datenbasis sorgt dafür, dass für die Kunden jederzeit ersichtlich ist, wie der Lagerbestand ausschaut und welche Produkte vorrätig sind. In der Folge verbessert sich die Kundenerfahrung; Beschwerden über lange Lieferzeiten und nicht vorrätige Artikel gehören somit der Vergangenheit an. Moderne Cloud ERP Lösungen unterstützen darüber hinaus die Integration und das Verwalten verschiedener Standorte inklusive dem Kassensystem (Point Of Sale – POS), sodass auch die Mitarbeiter in den Filialen vor Ort mit derselben IT-Lösung arbeiten. 

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Native Unterstützung von Remote Work 

Die Integration von POS und Standorten hat bereits gezeigt, dass Cloud ERPs vor allem eines sind: mobil. Da der Zugriff über das Internet erfolgt, benötigt es nur ein internetfähiges Endgerät sowie eine Internetanbindung, um vollen Zugriff auf alle Informationen zu erhalten. In der Filiale bedeutet dies, dass ein Laptop, Desktop-PC, Tablet oder Smartphone mit Kartenlesegerät genügt, um Kunden abzukassieren. Die Cloud-Infrastruktur unterstützt ebenfalls den ortsunabhängigen Zugriff von Mitarbeitern aller Abteilungen. Dies ermöglicht flexible Modelle wie das Homeoffice oder Remote Work. In der Folge müssen die Mitarbeiter nicht mehr ins Büro kommen, um mit der Software effizient arbeiten zu können – ein mobiles Endgerät und Internetzugang genügen. Vor allem für Handelsvertreter, den mobilen Vertrieb oder den technischen Kundendienst bietet dies enorme Vorteile, da direkt beim Kunden vor Ort auf alle Informationen zugegriffen werden kann.  

 

Zukunftsfähige, skalierbare Investitionen in die Cloud 

Für Entscheider steht neben den bereits genannten Faktoren die Frage der Nachhaltigkeit von Investitionen im Vordergrund. Wird in eine neue IT-Lösung investiert, soll diese mindestens fünf, häufig eher zehn oder mehr Jahre „state of the art“ sein. Die Cloud verspricht genau dies. Da benötigte IT-Ressourcen beliebig skalierbar hinzugenommen werden können, zwingen neue Funktionen, Updates oder deutlich mehr Benutzer das System nicht in die Knie. Gleichzeitig bietet der ganzheitliche Ansatz eines Cloud ERPs den Vorteil, dass weitere Module, wenn diese relevant werden sollten für einen Teil der Kunden des ERP-Anbieters, zusätzlich entwickelt und inkludiert werden. Durch die native Integration der Mobilität der Anwendung und Nutzung des Internets ist die Cloud ebenfalls Basis für Entwicklungen wie das Internet der Dinge (IoT), unterstützt 5G oder die Industrie 4.0. Für Schweizer Unternehmen ist somit längst klar, dass die Cloud die Unternehmensprozesse beflügelt und dafür sorgt, zukunftsfähig aufgestellt zu sein. 

Kategorien: ERP, myfactory, Geschäftsprozesse

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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