Wie das ERP-System Ihr Umweltmanagement unterstützt

von Sandra Bültermann, Autorin am 26.01.2022, 3 min Lesezeit

Für Unternehmen aller Branchen wird es zunehmend wichtiger, nachhaltiger und umweltschonender zu wirtschaften. Einerseits, weil es gesetzliche Vorgaben so verlangen, andererseits weil Kunden es fordern. Für KMU ist es nicht immer ganz einfach, ihre Prozesse entsprechend anzupassen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen anhand einiger Beispiele, wie die Funktionsweise eines Cloud-ERP-Systems Ihrem Betrieb dazu verhilft, Ressourcen einzusparen, nachhaltiger zu arbeiten und Klimaziele zu erreichen. 

Das verbirgt sich hinter dem Begriff Umweltmanagement 

Beim Umweltmanagement dreht sich alles um das Thema Umweltschutz. Da geht es zum einen um technische Massnahmen, wie wärmedämmende Fenster oder strom- und wassersparende Geräte, die dazu beitragen, den Energie- und Wasserverbrauch zu senken. Zum anderen geht es aber auch darum, Prozesse, Produkte und Verhaltensweisen umweltschonender und nachhaltiger zu gestalten – bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit. Ziel ist die perfekte Symbiose zwischen ökonomischen und ökologischen Aspekten. 

ERP – von Haus auf Nachhaltigkeit getrimmt 

Die Aufgabe von ERP-Systemen ist es, Unternehmensprozesse zentral zu planen, zu steuern und zu überwachen. Das primäre Ziel dabei ist, Ressourcen möglichst effizient zu nutzen, um bei minimalem Einsatz einen maximalen Gewinn zu erzielen. Dafür muss sichergestellt sein, dass die richtigen Ressourcen (Werkzeuge, Maschinen, Personal, Rohstoffe …) zum richtigen Zeitpunkt in richtiger Menge bereitstehen. Es gilt, Engpässe ebenso zu vermeiden wie Verschwendungen. Allein durch seine Grundidee trägt der Einsatz einer modernen Business-Lösung dazu bei, umweltfreundlicher und nachhaltiger zu arbeiten. 

Clevere Materialbeschaffung und Fertigung 

Für den effizienten Einsatz von Ressourcen ist es erforderlich, auch effizient bei der Beschaffung vorzugehen. Mit einem modernen ERP-System gelingt es, nur das einzukaufen, was wirklich benötigt wird und nur das zu produzieren, was verwendet oder verkauft wird. Dank cleverer ERP-Funktionen können KMU jederzeit ermitteln, wie die aktuelle Nachfrage ist und – was womöglich noch wichtiger ist – zuverlässige Prognosen erstellen. Indem immer nur erforderliche Mengen produziert werden, vermeiden Sie Überproduktionen und somit die Verschwendung von Ressourcen. Durch eine Just-in-time-Bestellung von Rohstoffen bzw. Waren reduzieren sich zudem Kosten sowie Lagerkapazitäten. Sind auch noch Lieferanten und Logistik-Anbieter an das System angeschlossen, gelingt eine effizientere und somit nachhaltigere Planung von Touren. So lassen sich etwa Leerfahrten vermeiden und lokale Anbieter priorisieren. 

Optimale Lagerverwaltung 

Das ERP-System zeigt nicht nur an, wenn Waren knapp werden, sondern unterstützt auch bei einer effizienteren Lagerung. Hier gilt es unter anderem, Überlagerungen zu vermeiden, insbesondere im Falle verderblicher Waren. Je nach Produkt sind unterschiedliche Lagermodelle sinnvoll: Von „first in, first out“ (kurz: FIFO) über „last in, first out“ (kurz: LIFO) bis zu „first expired, first out“ (kurz: FEFO) beherrschen moderne Anwendungen die verschiedenen Lagerprinzipien und tragen dazu bei, unnötige Entsorgungen oder lange Lagervorhaltung zur vermeiden. Durch die Verbindung von Lagerverwaltung und Logistik ist es möglich, so zu planen, dass Produkte genau zur passenden Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stehen. 

Predictive Maintenance 

Die Wartung und Instandhaltung von Anlagen und Maschinen in Fertigungsbetrieben ist wichtig, um die Produktion dauerhaft sicherzustellen. Beides beansprucht aber auch enorm Zeit und Ressourcen und sollte nicht unnötig verschwendet werden. Heutzutage können bereits Sensoren an Maschinen deren Zustand überwachen und auswerten. Mit diesem Wissen gelingt es, Wartungen genau dann durchzuführen, wenn sie auch tatsächlich erforderlich sind. Das spart Ressourcen, ist somit nachhaltiger und reduziert zusätzlich Kosten. 

Zum papierlosen Büro 

Angebote, Rechnungen, Produktdaten, Preislisten, Lieferscheine – was kann man einem Büro nicht alles ausdrucken. Muss man aber nicht! Denn im ERP-System stehen sämtliche Informationen jederzeit von überall abrufbereit zur Verfügung. Das macht Schrankwände voller Aktenordner obsolet. Ausserdem lassen sich Dokumente an Kunden, Interessenten, Lieferanten und andere Empfänger digital weiterleiten. So reduzieren sich der Verbrauch von Papier, der Einsatz von Druckern sowie Entsorgungs- und Recyclingmassnahmen erheblich. Ganz nebenbei steigt auch noch die Effizienz im Unternehmen, da niemand mehr ein bestimmtes, gut abgeheftetes Dokument suchen muss.  

CO2-Einsparpotenzial  

Mobile ERP-Systeme, die – wie der Name es bereits verrät – sich mobil verwenden lassen, machen viele Autofahrten überflüssig. Denken Sie beispielsweise an den Service-Mitarbeiter im Aussendienst. Ohne zentrale Daten, auf die er unterwegs zugreifen kann, muss er oft in den Betrieb zurück, um Rückmeldungen einzuholen oder zu geben, Ersatzteile zu beschaffen und seine Touren zu planen. Mit Hilfe einer Mobillösung, die ihm auf dem Tablet oder Smartphone zur Verfügung steht, hat er bzw. sein Kollege im Innendienst alle erforderlichen Daten jederzeit zur Hand. So können beispielsweise Touren für den kommenden Tag optimal geplant und spontane Aufträge an den Mitarbeiter weitergeleitet werden, der sich in der Nähe befindet oder die erforderlichen Teile an Bord hat. Denn darüber weiss das ERP Bescheid. Viele (Auto-)Kilometer lassen sich auch durch die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten, einsparen – wofür eine Mobillösung alle erforderlichen Funktionalitäten mitbringt. Das gleiche gilt für standortübergreifendes Arbeiten. Gemeinsame Datenbasis und Echtzeitaktualisierungen machen manch eine Reise unnötig.  

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Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.