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Wenn das ERP auch E-Shop kann

19.02.20 08:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

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Die klassische Unterteilung in ERP-System und E-Shop wird zunehmend obsolet. Gründe dafür sind die steigende Leistungsfähigkeit integrierter Unternehmenslösung und die Notwendigkeit durchgängiger Datenströme. Drittsysteme oder Schnittstellen bremsen oder stören oft sogar die damit verbundenen Prozesse. Deshalb gibt es gute Gründe, beide Systemwelten zu vereinen. Mehr dazu in diesem Beitrag. 

Vereinfachte Verwaltung von Produktdaten 

Aktuelle Produktdaten aus dem ERP-System lassen sich im E-Shop mannigfaltig einsetzen. Im Vordergrund stehen dabei in den meisten Fällen die Beschreibung der Produkteigenschaften und die Informationen über Preise, Verfügbarkeit usw. Immer häufiger werden aber auch Funktionen wie E-Kataloge, Social Selling, Vergleichsartikel, Hit-Listen usw. benötigt. Die Symbiose zwischen ERP und E-Shop macht den Abgleich von Daten einfacher und effizienter. 

 

Integrierte Funktionen für Varianten 

Velos, Mäntel, Bürostühle – solche Artikel sind in der Regel in verschiedenen Varianten erhältlich. Damit nicht jedes Mal ein neuer Artikel erfasst werden muss, bieten Produkt-Konfiguratoren die Möglichkeit, aufgrund unterschiedlicher Merkmale das gewünschte Endprodukt zu definieren und anschliessend zu bestellen. Kunden können auf diese Weise im E-Shop ein Standardprodukt individualisieren. Ist der Shop ins ERP-System integriert, können die Daten dort umgehend weiterverarbeitet werden. Umgekehrt werden Anpassungen im ERP (z.B. hinterlegte Preise, Verfügbarkeit von Variantenmerkmale) direkt im Online-Konfigurator berücksichtigt.  

 

Bereitstellung von Kundeninformationen 

Heute erwarten Kundendass sie im E-Shop oder im Kundenportal auf ihre früheren Bestellungen oder Merklisten zugreifen können. Immer häufiger werden auch die dazugehörenden Dokumente wie Rechnungen, Lieferscheine usw. online zur Verfügung gestellt, welche im ERP-System generiert werden. Der Vorteil ist, dass dabei nicht nur auf die gleichen Daten zugegriffen werden kann, sondern auch die Belege im gleichen Layout erscheinen. 

 

Direkte Einbindung ins E-Commerce 

Firmenkunden nutzen für ihre Beschaffungsprozesse immer häufiger die Möglichkeiten von E-Commerce. Am effizientesten geht das natürlich, wenn der E-Shop oder die Online-Plattform die gleichen Daten wie das Kunden- bzw. Lieferantensystem nutzen kann. Eine nahtlose Integration mit individuellen Sortimenten, Bestell- und Freigaberechten sowie automatisierter Workflows sorgt dafür, dass B2B-Kunden ein geschützter Bereich mit allen benötigten Funktionen im E-Shop zur Verfügung steht und Bestellungen ohne Medienbruch direkt ins eigene ERP-System gehen. 

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 Zentrale Daten für alle Touchpoints 

Der E-Shop ist heute oft nur einer von unterschiedlichen Touchpointsbei denen Kunden in Kontakt mit einem Unternehmen treten. Entlang der Customer Journey entstehen laufend Informationen über die Wünsche und das Verhalten von Kunden. Mühsam ist es, wenn die entsprechenden Daten immer wieder neu erfasst werden müssen. Das ärgert die Kunden und verursacht einen Zusatzaufwand für die Mitarbeitenden. Unter Umständen können Marketing- und Vertriebsprozesse dadurch beeinträchtigt und automatisierte Workflows (Marketing Automation) verunmöglicht werden. 

 

Optimierung von Logistikprozessen 

Die Einheit von ERP und E-Shop bildet auch die Grundlage für effiziente Logistikprozesse. Online-Bestellungen können direkt im ERP-System verarbeitet werden. So lassen sich beispielsweise Kommissionieraufträge laufend den jeweiligen Pick-Points zuordnen. Die Auftragsdaten aus dem Webshop müssen nicht extra erfasst werden, sondern befinden sich bereits im System. Versandetiketten und -dokumente sind aufgrund der vorhandenen Daten im Handumdrehen erstellt. Informationen über Lagerbestände aufgrund von Wareneingängen oder -ausgängen werden wiederum direkt im Online-Shop angezeigt. Weiter lässt sich dank der direkten Verbindung von Shop und ERP/Logistik-System mit einfachen Mitteln ein hoher Automatisierungsgrad erreichen. 

 

Transparenz im Kundenservice 

Bei Fragen oder Problemen in Zusammenhang mit Online-Bestellungen ist der Kundenservice die erste Anlaufstelle für die Kunden. Damit die Servicemitarbeitenden rasch und konkret die jeweiligen Anliegen beantworten können, sind sie auf aktuelle Informationen angewiesen. Bei Beanstandungen oder Retouren müssen alle relevanten Informationen vorliegen, um eine effiziente, kundenorientierte Erledigung zu ermöglichen. Muss das Service Desk sich erst in einem anderen System einloggen und dort nachschauen, was der Kunde bestellt hat, geht nicht nur wertvolle Zeit verloren, sondern auch die Kundenzufriedenheit. Die Integration von ERP und E-Shop dient schlussendlich auch der Verbesserung der Servicequalität. 

Kategorien: Cloud, ERP, myfactory, digitale Transformation, Geschäftsprozesse

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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