Warum New Work nur über die Cloud funktioniert

von Sandra Bültermann, Autorin am 07.09.2022, 3 min Lesezeit

Hand aufs Herz: Wenn der Tag 30 Grad und mehr verspricht, gerät man schon beim Gedanken an die Fahrt zum Büro ins Schwitzen. Viel angenehmer wäre es, vom Garten oder Balkon aus arbeiten und zwischendurch einen kühlen Eiskaffee zu genießen. Unabhängig vom Wetter wünschen sich immer mehr Berufstätige eine flexible Wahl ihres Arbeitsortes sowie mehr Entscheidungsfreiraum bei der Gestaltung ihres Jobs. All das ist Thema von New Work – einem Konzept, das nicht neu ist, durch die Wünsche jüngerer Arbeitnehmer aber wieder verstärkt in den Fokus rückt. Doch was bedeutet New Work eigentlich? Und was braucht es für die erfolgreiche Umsetzung neuer Arbeitsweisen? Die Antworten auf diese Fragen liefert dieser Beitrag. 

(K)Eine Definition 

Der Begriff New Work wurde in den 1980er Jahren vom amerikanisch-österreichischen Philosophen und Soziologen Frithjof Bergmann geprägt, der einen Gegenentwurf zur vorherrschenden klassischen Form des Kapitalismus entwickeln wollte. Als Werte der „neuen Arbeit“ definierte er Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an der Gesellschaft. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit erhalten, so zu arbeiten, wie er es möchte und nicht, wie ein veraltetes System es vorschreibt. Inzwischen ist das Konzept keine Utopie mehr, sondern in zahlreichen Unternehmen angekommen. Dabei umfasst der Begriff New Work allerdings wesentlich mehr als den philosophischen Ansatz und gilt als Synonym für innovative Methoden der Arbeitsgestaltung. Es geht sowohl um die Organisation moderner Arbeitsplätze als auch um veränderte Einstellungen in der Arbeitswelt, die sich mehr auf die Mitarbeiter und deren Bedürfnisse konzentriert.  

 

Arbeitsort: Hybrides Arbeiten 

Arbeiten, wo man möchte – vor gar nicht allzu langer Zeit war es undenkbar, dass Kollegen nicht im selben Büro oder zumindest unter einem Dach sitzen. Heute braucht es nicht mehr die räumliche Nähe, um gemeinsam produktiv zu sein. Experten aus aller Welt können an einem Projekt zusammenarbeiten und ihre Expertise unabhängig von Standort oder Zeitzone beitragen. Durch die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre hat sich zudem ein regelmäßiger Wechsel zwischen Homeoffice und Präsenz im Unternehmen etabliert – Remote Work genießt längst keinen Exotenstatus mehr. Um Einbußen bei der Effizienz zu vermeiden, ist allerdings ein entsprechend modernes, mobiles Setup unerlässlich.  

 

Arbeitsmittel: Mobilität ist gefragt 

Entscheidend für einen dauerhaft produktiven Flow ist, dass sämtliche Unternehmensdaten in Echtzeit verfügbar sind und nicht in einem Aktenordner in irgendeinem Büro lagern. Anfragen, Aufträge, Bestellungen – alles muss sich jederzeit überall bearbeiten lassen. Die Business-Software muss sicher und stabil auch auf Mobilgeräten laufen. Der Schlüssel dazu sind cloud-und webbasierte ERP-Lösungen. Der Zugriff auf die Anwendung erfolgt ganz einfach übers Web per Smartphone, Tablet oder Notebook. Alle relevanten Daten und Informationen liegen sicher gebettet in der Wolke und sind von überall auf der Welt nur wenige Klicks weit entfernt. Damit stehen Abwesenheit und Prozesseffizienz nicht länger im Widerspruch. Ganz im Gegenteil: Die hohe Datenverfügbarkeit beschleunigt viele Prozesse.  

 

Arbeitsplatz: Flexible Bürolandschaften 

Unternehmen, die mobiles und ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen, brauchen keine riesigen, teuren Büroflächen mehr. Selbstverständlich fallen Arbeitsplätze nicht komplett weg, da ein Arbeitgeber immer wichtige Anlaufstelle und ein Ort zum Austausch mit den Kollegen bleibt. Doch statt fester Schreibtische reichen Shared Desks, also Plätze, die sich die Mitarbeiter teilen. Statt trister Großraumbüros entstehen Multispaces und moderne Bürolandschaften, die je nach Raumzuschnitt und Ausstattung hochkonzentriertes Arbeiten, ungestörte Telefonate, Meetings oder den gemeinsamen Austausch bei einer Tasse Kaffee ermöglichen. Mit Mobilgeräten und Cloud-Anwendungen ausgestattet sind Beschäftigte vollkommen flexibel bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes und können ihre Tätigkeiten überall reibungslos fortsetzen. Neben der größeren Flexibilität bei der Arbeitsplatzgestaltung trägt die Bereitstellung einer mobil ausgerichteten Infrastruktur somit auch maßgeblich zur Kostensenkung bei.   

 

Arbeitszeit: Selbstständiges Arbeiten 

9-to-5 hat ausgedient, vor allem jüngere Berufstätige wollen nicht mehr nach vorgegebenen Zeiten arbeiten. Ihr Motto lautet: Weg von strikten Vorgaben und Standardisierungen, hin zu selbstständigen Entscheidungen. Die Digitalisierung schafft auch im Hinblick auf die Arbeitszeiten mehr Flexibilität. Indem eine Business-Software aus der Cloud den zeit- und ortsunabhängigen Zugriff gewährleistet, sind Informationen, Prozesse oder Projekte stets für alle Beteiligten nachvollziehbar – unabhängig davon, ob jemand zu den Eulen oder Lerchen gehört. Nachfragen und Verzögerungen, weil Antworten auf sich warten lassen, gehören der Vergangenheit an. Änderungen sind in Echtzeit verfügbar, sodass jeder mit den aktuellsten Daten arbeitet. Der größere Entscheidungsfreiraum führt erfahrungsgemäß dazu, dass sich Mitarbeitende besser entfalten, sich gezielter einbringen und letztlich das Unternehmen voranbringen. Sie selbst profitieren von einer besseren Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.    

 

Fazit 

So wie das geschmackliche Erlebnis des eingangs erwähnten Eiskaffees von der Wahl einer leckeren Eiscreme abhängt, hängt die erfolgreiche Einführung neuer Arbeitsweisen maßgeblich von einer mobil ausgerichteten Infrastruktur ab. Erst in der Kombination mit Cloud-Anwendungen wird New Work zu einem zukunftsfähigen Konzept, von dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen profitieren. Mitarbeiter erhalten die gewünschte Flexibilität und Eigenverantwortlichkeit, Unternehmen steigern Effizienz sowie Wettbewerbsfähigkeit. Denn moderne Arbeitsformen machen Arbeitgeber attraktiver – in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiger Aspekt bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung. 

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Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.