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Stets alle Fertigungsprozesse im Blick mit Ihrem ERP-System

30.04.15 13:57 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

Fertigungsprozesse in KMUs

Die Hauptaufgabe einer Software zum Enterprise Ressource Planning (ERP) ist die Abbildung, Verwaltung und Optimierung von Fertigungsprozessen. Durch die zunehmende Vernetzung der globalen Wirtschaft wird es erforderlich, dass über die Koordination der internen Ressourcen hinaus mehr und mehr externe Produktionsprozesse und Abläufe in der Warenlogistik gesteuert werden. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie moderne und mobile ERP-Systeme die Herausforderungen vernetzter Produktionsprozesse erfolgreich abbilden und damit die eigene Fertigung optimieren.

Optimierung der Eigenproduktion

Die ursprüngliche Aufgabe eines ERP-Systems ist die Koordination der „wichtigen drei M“: Maschinen, Material, Mitarbeiter. Diese zentralen Ressourcen sind jedem Auftrag so zuzuordnen, dass sich eine sichere Terminierung der Fertigstellung vornehmen lässt, ausgehend vom Beginn der Produktion (Vorwärtsterminierung) oder vom gesetzten Liefertermin (Rückwärtsterminierung). Die wichtigsten Voraussetzungen zur Erfüllung dieser komplexen Aufgabe sind die exakte und detaillierte Zuordnung von Arbeitsgängen zu den benötigten Ressourcen und die jederzeit aktuelle Einsicht der Ressourcen-Auslastung. Über den einzelnen Auftrag hinaus ist die Reflektion des übergreifenden Fertigungsprozesses auf Basis der erhobenen Daten entscheidend zur Verbesserung von Abläufen und Arbeitsschritten. Hierfür ist eine frei definierbare und umfassende Auswertung hilfreich, die die individuellen Prozesse des Unternehmens abbildet.

Die Stückliste als zentrales Element der Produktionssteuerung

Die Planung der benötigten Ressourcen im Produktionsprozess wird massgeblich anhand der Informationen der jeweiligen Stücklisten vorgenommen. Sie enthalten im Optimalfall sowohl Arbeitsgänge als auch Materialien, Baugruppen und Dokumente mit entsprechender Versionierung und sind beliebig tief strukturierbar. So können Kennzahlen wie Bedarf und Verfügbarkeit jederzeit abgeglichen und zur termingerechten Fertigung optimiert werden. Aus dem Produktionsplan ergeben sich wiederum Vorgaben für die Maschinensteuerung und Taktung der Anlagen sowie das Warenlager.

Ein modernes ERP-System ist dabei in der Lage die Lagerführung und Bestandsbewertung nach allen gängigen Prinzipien vorzunehmen und die benötigten Rohstoffe sowie Eigen- und Fremdprodukte zur richtigen Zeit in der richtigen Menge und Qualität bereitzustellen. Das entsprechende Lagerverwaltungs-Modul ermöglicht den jederzeitigen Zugriff und ersetzt papiergebundene Lager- und Entnahmescheine, so dass alle Informationen in Echtzeit im System verfügbar sind und die realistischen Bestände angezeigt werden. Ein ERP aus der Cloud bietet dazu auch noch den Vorteil, dass diese Daten zeit- und ortsunabhängig allen Nutzern zur Verfügung stehen. So können beispielsweise noch direkt beim Kunden vor Auftragsannahme entsprechende Lagerbestände überprüft und angepasst oder Ressourcen für einen neuen Auftrag direkt allokiert werden. Die Vorteile einer ganzheitlichen ERP-Lösung spielen hier ihre ganze Stärke aus.

Ressourcen Koordination über die Grenzen des eigenen Unternehmen hinaus

Zur Optimierung der Fertigungskette sind immer mehr Ressourcen zu koordinieren, die auch ausserhalb der eigenen Unternehmensgrenzen liegen. So ist eine moderne ERP-Software in der Lage, die freien Kapazitäten externer Produktionsunternehmen in Echtzeit über entsprechende APIs zu integrieren. Unter Berücksichtigung von Handelswaren und fremdproduzierten Gütern, können so zum einen Aufträge sicher terminiert und kalkuliert werden. Zum anderen werden auf der Basis von Durchlaufzeiten und Wartezeiten des vernetzten Fertigungsprozesses die Abläufe kontinuierlich optimiert. Mit einer mobilen ERP-Anwendung inklusive mobiler Produktionsplanung und –steuerung (mobile PPS) können diese Abläufe in Echtzeit auch ortsunabhängig überwacht werden. Eine Intervention ist immer unmittelbar möglich.

Betriebswirtschaftliche Optimierung und Kalkulation

Eine wesentliche Funktion des ERP-Systems ist nicht zuletzt die betriebswirtschaftliche Betrachtung und Optimierung des Fertigungsprozesses. Auftragsbezogen ist hier die Vor- und Nachkalkulation auf Basis aktueller Preise oder Bewertungen für eingesetztes Material und Waren wichtig, um den geplanten Ertrag sicherzustellen. Darüber hinaus bildet die möglichst exakte, faktenbasierte Zuordnung von Einzel- und Gemeinkosten das Fundament korrekter Kalkulation. Hierfür wiederum ist eine exakte Zuordnung der verwendeten Betriebsmittel zu den gefertigten Produkten notwendig.

Abschliessend ist festzuhalten, dass die Koordination und Optimierung vernetzter Fertigungsprozesse hohe Anforderungen an ERP-Anwendungen und ihrer Module zur Produktionsplanung und –steuerung stellt. Gerade cloudbasierte Anwendungen mit mobilem Zugriff und einer intensiven Einbindung externer Zulieferer sowie Produktionsunternehmen spielen bei diesen Herausforderungen ihre Stärke aus.

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Kategorien: Allgemein, Administration, Einkauf, Cloud

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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