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Software-Auswahl: Es führt kein Weg an der Cloud vorbei

10.06.20 08:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

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Die Cloud ist in der Schweiz und weltweit in aller Munde. Damit ist aber nicht die sprichwörtliche Wolke am Himmel, sondern frei übersetzt eine „Datenwolke“ gemeint. Löst man sich von dieser bildhaften Beschreibung, so wird eine über das Internet zur Verfügung gestellte IT-Infrastruktur als Cloud-Computing bzw. Cloud bezeichnet. Diese Infrastruktur ist vollständig skalierbar und muss nicht mehr in eigenen Serverräumen betrieben werden. Stattdessen werden Cloud-Dienstleistungen über spezialisierte Rechenzentren bezogen. Hierbei kümmert sich der Anbieter der Services um die Anschaffung der Hardware, den Betrieb, die Wartung, die Hochverfügbarkeit sowie die Absicherung. Die Cloud dient dabei nicht nur als Datenspeicher, sondern bietet ebenfalls skalierbare Rechenkapazitäten sowie Software als Dienstleistungen an. Insbesondere der letztgenannte Bereich boomt und ist somit bei der Software-Auswahl zu beachten. Immer mehr Unternehmen beziehen im Jahre 2020 ihre kritischen Systeme wie ERP, CRM oder FiBu als Dienstleistung aus der Cloud. Welche Bedeutung die Cloud für Unternehmen in der Schweiz hat und warum sich jedes Unternehmen mit der Option von Business Software aus der Cloud bei der Software-Auswahl beschäftigen sollte, zeigt dieser Artikel.

Schweizer Cloud-Markt im Aufwind

Wer sich mit Business Software aktiv auseinandersetzt, weiss, dass es verschiedene Möglichkeiten der Bereitstellung gibt. Vor allem Bezugsmodelle in der Public Cloud rücken vermehrt ins Rampenlicht. Dabei ist der gesamte Markt in einer steilen Wachstumsphase. Der Statistikdienst Statista ermittelte für das Jahr 2015 noch ein Gesamt-Marktvolumen in der Schweiz von 2,02 Milliarden CHF. Für das Jahr 2020 wird ein Gesamt-Marktvolumen von 6,22 Milliarden CHF prognostiziert. Dies ist mehr als eine Verdreifachung binnen fünf Jahren. Zum Jahr 2021 hin soll der Markt um circa 25% zu 2020 auf 7,61 Milliarden CHF wachsen. Werden weltweite Vergleichszahlen herangezogen, nimmt Software-as-a-Service gut 45-50% des Gesamtmarktes ein. Ein klares Zeichen dafür, dass die Branche boomt und immer mehr Unternehmen dazu optieren, ihre IT-Systeme als Dienstleistung aus der Cloud zu beziehen. Das Marktforschungs- und Analyse-Unternehmen Gartner kam in einer Mitte 2019 veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass in 2018 Cloud CRM beispielsweise um über 20% zum Vorjahr gewachsen ist. Die fortschreitende Digitalisierung dient als zusätzlicher Brandbeschleuniger, wodurch die Vorteile von Software-as-a-Service (SaaS) in den Vordergrund gerückt werden.

 

Digitalisierung befeuert Cloud-Markt in der Schweiz

Als Buzzword geistert Digitalisierung bereits seit zahlreichen Jahren durch die Schweizer Unternehmenswelt. Viele Betriebe arbeiten an digitalen Agenden oder Geschäftsmodellen, in anderen Unternehmen existieren Arbeitsgruppen zu bestimmten Bereichen. Unterm Strich benötigt eine effiziente Digitalisierung aber die Ausrichtung des gesamten Unternehmens hinsichtlich eines digitalen Geschäftsmodells, welches von allen Verantwortlichen sowie Mitarbeitern getragen wird. Was dabei nicht zu kurz kommen darf, ist die Nutzung geeigneter Maschinen sowie moderner Software. Bei vielen KMUs, die nicht über einen zentral für die Digitalisierung Verantwortlichen, den Chief Digital Officer (CDO), verfügen, kann beobachtet werden, dass digitale Massnahmen als Streufeuer entstehen. Es werden Maschinen aufwendig modernisiert oder ausgetauscht; regelmässig werden auch einzelne Anwendungen gegen moderne Systeme ersetzt. Was jedoch oftmals auf der Strecke bleibt, ist ein gesamtheitliches strategisches Konzept für die Digitalisierung im jeweiligen KMU. In der Folge werden Potenziale von Maschinen oder Anwendungen nur teilweise ausgenutzt; Chancen, um einen wirklichen Mehrwert bzw. Wettbewerbsvorteil zu erlangen, werden nicht realisiert.

An diesem Punkt kommt die Cloud in die Gleichung. Dadurch, dass die IT-Infrastruktur nun beliebig skalierbar als Dienstleistung bezogen werden kann und nicht mehr selbst betrieben werden muss, fallen erste Limitierungen weg. Cloudbasierte Business Software unterstützt nativ das mobile Business, da die Anwendungen über das Internet zur Verfügung gestellt werden. In der Folge sind New Work, Homeoffice und vergleichbare Modelle ohne Einschränkungen durch die IT-Systeme umsetzbar. Durch Bereitstellungsmodelle wie Software-as-a-Service (SaaS) reagieren Anbieter von Business Software aus der Cloud auf den aufgrund der Digitalisierung erhöhten Kapitalbedarf und bieten klar budgetierbare, flexible Abo-Modelle an. Wer beispielsweise ein Cloud ERP via SaaS bezieht, kann flexibel User-Zugänge hinzu- und abbestellen, um saisonale Spitzen abzufangen oder Wachstum abzubilden. In der Folge entsteht eine deutlich geringere Kapitalbindung, wodurch eine Software-Modernisierung eher realisiert werden kann.

Tatsächlich entsteht durch Zusammenspiel von Digitalisierung und Cloud ein Abhängigkeitsverhältnis. Das Cloud-Wachstum wächst stetig, da durch den digitalen Wandel immer mehr Anforderungen und Herausforderungen auf Entscheider in Unternehmen einwirken. Die Cloud bietet für viele dieser Challenges eine adäquate Lösung. Dabei wirkt die Cloud aber auch auf die digitale Transformation ein. Denn durch neue Möglichkeiten entsteht Kreativität für neue Geschäftsmodelle oder verbesserte Prozesse.

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„Swiss Cloud“: Politische Brisanz in der Schweiz

Aufgrund von der wachsenden Popularität von Cloud-Anwendungen ist die Datenwolke zuletzt ebenfalls Thema im Bundesrat geworden. Im April 2020 wurde publik, dass der Bundesrat das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) sowie den Departementen, die Bundeskanzlei (BK), die Kantone und führende Experten damit beauftragte, den Bedarf, eine mögliche Ausgestaltung sowie die Notwendigkeit von einer „Swiss Cloud“ in einer Machbarkeits-Studie zu analysieren. Konkret werden analog europäischer Cloud-Projekte Abhängigkeiten internationaler Cloud-Service-Provider befürchtet. Der Bundesrat wünscht sich darüber hinaus eine verbesserte Datensouveränität sowie eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit. Diese soll vor allem dadurch erzielt werden, dass neue Technologien auf dieser Basis rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Security entwickelt werden. Die Ergebnisse werden für den Juni 2021 erwartet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Cloud einer der grössten Wachstumstreiber in der IT darstellt – und das nicht ohne Grund. Insbesondere KMU können von den Vorteilen profitieren. Wie wichtig die Cloud bereits ist, zeigen die „Swiss Cloud“-Bemühungen noch mal deutlich. Somit sollten KMU sich bei der Wahl einer neuen Business Software auch intensiv mit cloudbasierten Anwendungen beschäftigen. Diese bieten das Potenzial, die Digitalisierung weiter voranzutreiben und neue Chancen zu ergreifen. Die Cloud ist dabei mehr als nur heisse Luft, weswegen für immer mehr Unternehmen bei der Software-Auswahl kein Weg mehr an der Cloud vorbeiführt.

Kategorien: Cloud, ERP, myfactory, Cloud Computing

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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