So hilft das ERP-System bei der Deckungsbeitragsrechnung

von David Lauchenauer am 06.10.2021, 2 min Lesezeit

Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Das wissen die meisten. Aber ab wann ist man eigentlich profitabelWo sieht man, wohin das Geld fliesst? Und wie lassen sich Kosten senkenDiese Fragen beschäftigen Unternehmer unabhängig von Umsatz und Mitarbeiterzahl. Die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens sicherzustellen, gehört zu den Hauptaufgaben des Managements. Die dafür notwendigen Zahlen liefert das ERP-System. Gewinn oder Verlust  Sie haben es in der Hand. 

Kosten als Basis für die Preisgestaltung 

Stellen Sie sich vor, Sie sind Konditorin oder Bäcker und verkaufen Kuchen. Spätestens wenn es verführerisch aus dem Ofen duftet, werden Sie sich Gedanken über die Kalkulation des Verkaufspreises machen. Wie viel können Sie für das Stück Marmorkuchen verlangen? Was kostet die Sachertorte? Natürlich können Sie die Preise einfach schätzen oder mit der Konkurrenz vergleichen. Dann werden Sie aber früher oder später das Problem haben, dass Sie entweder unter Ihren Gestehungskosten verkaufen oder unnötig überteuert. Was Sie aber wissen wollen, sind Aufwand und Ertrag für genau Ihre Produkte. Die Kalkulation liefert Ihnen die Grundlage für die Preisgestaltung. 

Aufbau einer Deckungsbeitragsrechnung 

Die Frage nach angemessenen Preisen stellt sich nicht nur den Inhabern von Backstuben. Jedes Unternehmen, welches Produkte oder Dienstleistungen anbietet, sieht sich mit der Notwendigkeit einer Preiskalkulation konfrontiert. Denn jeder wirtschaftlich orientierte Betrieb will mit dem Verkauf ja auch einen Gewinn erzielen. Dazu müssen zumindest die Kosten bzw. der Aufwand gedeckt sein. Genau diesen Deckungsbeitrag kann man berechnen. Die Kalkulation nennt sich – wenig erstaunlich – Deckungsbeitragsrechnung. Der Aufbau dieses Modells besteht aus unterschiedlichen Kostenblöcken, welche vom Erlös abgezogen werden. Zwischen den einzelnen Kostenblöcken werden Zwischenergebnisse ausgewiesen und als Deckungsbeitrag 1 (DB1), Deckungsbeitrag 2 (DB2) usw. bezeichnet. 

Typische Elemente einer DB-Rechnung 

Jede Deckungsbeitragsrechnung besteht zumindest aus dem Erlös (Umsatz) sowie den flexiblen Kosten. Zieht man diese vom Erlös ab, erhält man unter dem Strich den Gewinn bzw. Verlust. Dieses Ergebnis liefert den Beitrag für die Deckung der Fixkosten. Logisch, dass dieser Wert positiv sein muss, sonst könnten die festen Kosten wie Mieten, Löhne usw. nicht bezahlt werden. Je nach Detaillierungsgrad der Kalkulation unterscheidet man in eine einstufige oder mehrstufige DB-Rechnung. Vereinfacht könnte das am Beispiel des Kuchenverkaufs so aussehen: 

Erlös Rüeblitorte  Fr. 24.– 

- Variable Kosten wie Zutaten  Fr.   8.– 

= Deckungsbeitrag 1 Fr. 16.–  

- Personalaufwand  Fr. 10.– 

= Deckungsbeitrag 2 Fr.   6.– 

- Anteil Raum (Miete, Strom) Fr.   2.– 

- Anteil f. Werbung Fr.   1.– 

= Ergebnis DB 3 Fr.   3.– 

 

In diesem Fall wäre das Ergebnis der Rüeblitorte positiv. Allerdings sind dabei weitere Kostenfaktoren wie Steuern, Zinsen usw. noch nicht berücksichtigt. 

Das ERP-System als zentrale Datenquelle 

Für eine möglichst genau Deckungsbeitragsrechnung braucht es aktuelle Daten aus Verkauf, Einkauf, Logistik, eventuell Produktion, Administration und Finanzen. Von grossem Vorteil erweist sich dabei ein integriertes ERP-System. Damit können die relevanten Informationen aus allen Bereich an einem zentralen Ort zur Verfügung gestellt werden. Etwas komplexere ERP-Systeme verfügen bereits im Standard über eine Deckungsbeitragsrechnung bzw. Kalkulation. Damit können alle variablen und fixen Kosten verursachungsgerecht abgebildet werden, ohne dass man die einzelnen Positionen mühsam zusammentragen und manuell berechnen muss. Von Vorteil ist eine prozessbegleitende Kalkulation. Auf diese Weise hat man rasch jederzeit einen aktuellen Überblick über die Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens.  

Instrument zur Unternehmenssteuerung 

Für die Unternehmenssteuerung ist die Deckungsbeitragsrechnung unverzichtbar. Auch kleine Unternehmen können damit wirtschaftliche Schwachstellen erkennen und rechtzeitig intervenieren. Oder aber auch Fragen zum Sortiment, zu den einzelnen Produkten, zur Vertriebsstrategie bis hin zum Marketing und zur Verkaufsförderung beantworten. Damit erkennen Sie, wie hoch die Fixkosten sind und ob eventuell eine Senkung möglich ist oder ob Sie beim Wareneinkauf zu viel Geld ausgeben und Sie alternative Beschaffungsquellen prüfen sollten.

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David Lauchenauer
Über die Autorin:
David Lauchenauer
David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.