So hilft das ERP bei der Unternehmensführung

von David Lauchenauer am 15.12.2021, 2 min Lesezeit

In vielen KMU wird das ERP unterschätzt. Warum? Der Einsatz beschränkt sich zu stark auf die operative Anwendung. Das mag historische Gründe haben (Ressourcenplanung und Auftragsbearbeitung lassen grüssen), ist aber längst nicht mehr zeitgemäss. Dank unternehmensweiter Datentransparenz und Echtzeit-Reporting ist das ERP heute der Schlüssel für ein faktenbasiertes Management. Wie auch Sie diese Möglichkeiten für Ihre Unternehmensführung nutzen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Schlüsselfaktoren bei der Unternehmensführung 

Die Kunst des erfolgreichen Managements eines KMU beruht darauf, jederzeit alle Prozesse und Beziehungen wirksam kontrollieren zu können. Nur die konsequente Ausrichtung auf eine verantwortungsbewusste und wertschöpfende Unternehmensführung führt zu einer langfristigen Existenzsicherung. Transparenz, Effizienz, Nachhaltigkeit, Fairness, Kundenorientierung und Handlungsfreiheit sind dabei die Schlüsselfaktoren. Das ausgewogene Zusammenspiel zwischen Stakeholdern und Shareholdern ist entscheidend. Die Geschäftsleitung sollte jederzeit in der Lage sein, Rechenschaft über die aktuelle Situation und geplanten Aktivitäten abzulegen. Verantwortung beschränkt sich dabei nicht nur auf die wirtschaftlichen Ziele, sondern umfasst ein Spektrum diverser Stakeholder. 

Nutzen eines ERP-Systems für das Management 

Vielleicht denken Sie jetzt: Einverstanden, aber was hat das mit einem ERP-System zu tun? Da geht es schliesslich «nur» um Daten bzw. deren Verarbeitung. Auf den ersten Blick mag das durchaus richtig sein. Im klassischen Denken bedient das ERP primär die operative Basis eines Unternehmens. Und genau hier liegt der Knackpunkt, warum viele KMU mit der Digitalisierung ihre liebe Mühe haben. Das ERP ist mehr als eine elektrische Schreibmaschine. Wir sprechen heute von einer zentralen  Datenplattform für unternehmensübergreifendes Business. Als Folge davon unterstützt das ERP das Management bei der Risikoanalyse, der Kostenkontrolle und der Leistungseffizienz des gesamten Unternehmens.  

Stakeholder und Shareholder gezielt bedienen 

Jedes Unternehmen besteht aus unterschiedlichen Stakeholdern und Shareholdern. Entschuldigen Sie die gebräuchlichen englischen Fachausdrücke. Es geht natürlich auch deutsch und deutlich. Nehmen wir die Shareholder als Aktionäre, Investoren, Inhaber oder Anteilseigner. Wer möchte nicht wissen, wohin das Unternehmen steuert und wie es um den aktuellen Wert steht? Das ERP liefert dem Management alle relevanten Informationen – vom Auftragsbestand über den Deckungsbeitrag einzelner Produkte bis hin zum Vergleich der Kundenumsätze. In anderer Art sind diese Informationen auch für die anderen Stakeholder des Unternehmens interessant, angefangen von den Mitarbeitenden über Kunden und Lieferanten bis hin zur Steuerbehörde. Das ERP kann alle mit den jeweils gewünschten Daten bedienen. 

Unterstützung von strategischen Zielen und Vorgaben 

Eine gute Corporate Governance setzt sich zusammen aus der Berücksichtigung von Stakeholdern und Shareholdern sowie der Einhaltung von strategischen Zielen und Vorgaben. Das ERP hilft dem Management, die Erwartungen sämtlicher Bereiche zu erfüllen. Aktuelle Auswertungen aus dem operativen Business ermöglichen es, den Geschäftsverlauf in Echtzeit mitzuverfolgen und die Einhalten der Ziele zu kontrollieren. Gleichzeitig ist die integrative Datenbewirtschaftung eine zentrale Voraussetzung für höchste Prozesseffizienz und Kundenorientierung. Nur wenn Mitarbeitende, Lieferanten und Kunden auf eine gemeinsame Datengrundlage zugreifen können, lassen sich integrierten, innovative und intelligente Geschäftsmodelle realisieren. 

Warum Vertrauen gut, aber Kontrolle besser ist 

Keine Unternehmensführung kommt ohne Kontrollmechanismen aus. Dem zugrunde liegt nicht Misstrauen, sondern der Wunsch nach Orientierung und Optimierung. Entsprechend sind die beiden Treiber einerseits Changemanagement (Strategie und Planung) sowie Risikomanagement (internes Reporting und Controlling). Die Frage stellt sich: Woher kommen die Daten? Die Antwort ist simpel. Mit dem ERP-System hat man alle relevanten Daten in Echtzeit zur Verfügung und kann diese bedarfsgerecht zur Verfügung stellen. Auf diese Weise kann das Management schnell und gezielt auf Veränderungen reagieren.  

Umsetzung und Einhaltung der Corporate Governance 

Moderne ERP-Systeme bringen eine Vielzahl an Auswertungen, Kennzahlen und vordefinierter Prozesse mit sich. Die Unternehmensführung profitiert von bewährten Modellen, welche die Umsetzung und Einhaltung der Corporate Governance gewährleistet. Dazu gehören zum Beispiel die Rechnungslegung, die Einhaltung des Budgets, die Dokumentation von Qualitätskontrollen, die Archivierung von Geschäftsbelegen inklusive Korrespondenz oder die Überwachung von Planvorgaben. Das ERP bildet die Basis für eine transparente, zuverlässige und professionelle Unternehmensführung. 

New Call-to-action

David Lauchenauer
Über den Autor:
David Lauchenauer
David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.