TEIL 1.) Planung und Umsetzung digitaler Fertigungsprozesse

von myfactory Software Schweiz AG am 23.10.2019, 2 min Lesezeit

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Für industrielle Produktionsunternehmen ist die Digitalisierung Fluch und Segen zugleich. Einerseits müssen bestehende Anlagen zukunftstauglich gemacht und ein tiefgreifender Paradigmenwechsel bewältigt werden. Andererseits bieten vernetzte Technologien spannende Ansatzpunkte für Innovation und Effizienzsteigerung. Anregungen für die Planung und Umsetzung digitaler Fertigungsprozesse finden Sie in diesem Beitrag. 

Industrie 4.0 und Smart Factory 

Um das ganze Potenzial der Digitalisierung zu nutzen, muss die gesamte industrielle Wertschöpfungskette betrachtet werden. Unter der Bezeichnung «Industrie 4.0» wurden (und werden immer noch) Konzepte entwickelt, welche diese Anforderung ins Zentrum stellen. Im Fokus steht die durchgängige Vernetzung von Maschinen, Anlagen, Mitarbeitenden, Organisationen und Prozessen. Dadurch soll eine integrierte Plattform entstehen, welche effektive und effiziente Produktionsprozesse ermöglicht. Diese wiederum bilden die Grundlagen für die so genannte Smart Factory, welche auf intelligenten, weitgehend automatisierten Abläufen und Strukturen besteht. Diese sollen Industrieunternehmen nicht nur wettbewerbsfähig machen, sondern auch neue Geschäftsmodelle ermöglichen. 

 

Geplant vom Wunsch zur Wirklichkeit 

In der Praxis zeigt sich, dass viele Fertigungsbetriebe zwar durchaus den Wunsch nach einer zunehmenden Digitalisierung von Herstellprozessen äussern, jedoch aufgrund der bestehenden Infrastruktur bzw. Marktgegebenheiten in der Umsetzung gebremst werden. Hinzukommt, dass häufig die benötigten Fachkräfte fehlen und die Aufrüstung vor-digitaler Fabrikationsanlagen nur schwer, wenn überhaupt machbar ist. Als Ausweg aus diesem Dilemma empfiehlt sich eine konzeptionelle Herangehensweise.

Ausgehend von der Unternehmensstrategie sowie den vorhandenen Ressourcen wird als erster Schritt die Ist-Situation analysiert und mit den Soll-Zielen abgeglichen. Daraus werden konkrete Massnahmen abgeleitet, welche unter Berücksichtigung der Möglichkeiten des Unternehmens auf eine Zeitachse gelegt werden. Das konzeptionelle Vorgehen ermöglicht die schrittweise Transformation von Fertigungsbetriebe in moderne, «smarte» Fabriken. 

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Konkrete Umsetzung in der Praxis 

Wie gut das geplante Konzept funktioniert, zeigt die konkrete Umsetzung in der Praxis. Natürlich wird man kaum ein Gesamtkonzept entwickeln und erst am Ende merken, dass es nicht funktioniert. Also gilt es, schon während der Konzeptionsphase sporadische Workshops durchzuführen und das geplante Vorhaben auf seine Tauglichkeit zu prüfen. Das hat jedoch nicht nur technische Hintergründe. Die Einführung digitaler Fertigungsstrategien und -prozesse verlangt vor allem den Mitarbeitenden einiges ab. Ohne umzudenken und ständig dazuzulernen, im Rahmen eines kompletten Kulturwandels geht es nicht. Hinzukommt das gesamte Spektrum menschlicher Gefühle – von Euphorie und Freude über vorsichtiges Abwarten bis zu Ablehnung und Angst. Wer sich aufmacht zu neuen, digitalen Ufern sollte grossen Wert darauf legen, eine motivierte und engagierte Crew hinter sich zu wissen.  

 

Altlasten zukunftstauglich machen 

Gerade für kleinere Unternehmen ist es nicht einfach, mit dem raschen Technologiewandel Schritt zu halten. Mangelnde personelle und finanzielle Ressourcen, sowie ein vorhandener Maschinenpark, der sich nicht so einfach umrüsten oder ersetzen lässt, sind auf dem Weg zur Smart Factory echte Hürden. Wer sich also mit dem Gedanken trägt, sein Unternehmen zukunftstauglich zu machen, sollte nebst Strategie und Zielen auch die vorhandenen «Altlasten» ins Auge fassen. Maschinen, Mitarbeiter und Märkte – so die Herausforderung auf eine kurze Formel gebracht. Keineswegs soll alles über den Haufen geworfen werden, sondern sinnvoll und gezielt fit für die Zukunft gemacht werden. Das wiederum geht nur, wenn alle Fachabteilungen und alle Beteiligten eng zusammenarbeiten. Digitalisierung ist nicht nur eine IT-Aufgabe, sondern stellt eine Neuausrichtung des Gesamtunternehmens dar. 

 

Vernetztes Denken und Arbeiten 

Die Anforderungen und Aufgaben von Produktionsmitarbeitenden verändern sich parallel zum steigenden Digitalisierungsgrad der Fertigungsprozesse. Während repetitive, manuelle Tätigkeiten tendenziell eher abnehmen, wachsen die Koordinations- und Planungsaufgaben als Folge der digitalen Vernetzung von Maschinen und FabrikatenMit modernen Produktionssystemen sollen den künftigen Anforderungen nach individuellen Produkten (Losgrösse 1) sowie ökonomischen und ökologischen Arbeitsabläufen begegnet werden. Damit ändern sich die Paradigmen für Fertigungskonzepte grundlegend. Vorderhand ist und bleibt der Mensch noch die Schalt- und Schnittstelle in der Produktionsplanung und -steuerung. Um unsere Rolle gegenüber KI-gesteuerten Robotersystemen zu behaupten, ist ein vernetztes Denken und Arbeiten unverzichtbar. 

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