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Optimierung des Bestandsmanagements durch smarte ERP-Systeme

[fa icon="calendar"] 29.03.17 08:25 / von Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

So kann das Bestandsmanagement und die gesamte Logistik durch den Einsatz smarter ERP-Systeme optimiert werden

Es allen recht zu machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Diese Binsenwahrheit gilt im Unternehmen ganz besonders für das Bestandsmanagement. Der Controller wünscht möglichst tiefe Lagerbestände, der Verkauf fordert eine hohe Verfügbarkeit. Die Produktion verlangt mengengenaue Just-in-Time-Lieferungen, der Einkauf jedoch optimale Bestellmengen. Was nun? Moderne ERP-Systeme erleichtern die Logistikaufgaben durch ein optimiertes Bestandsmanagement.

Jeder Logistikmanager kennt den Spagat zwischen ausreichenden Beständen und möglichst tiefer Kapitalbindung. Eine virtuose Lagerbewirtschaftung gehört zu den Königsdisziplinen im Unternehmen, da Bestand, Bedarf und Verbrauch jeweils durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Zum einen sind dies bedarfsauslösende Aspekte wie z.B. einzelne Kundenaufträge, Rahmenverträge oder saisonale Verbrauchsschätzungen, zum anderen geht es dabei um die Berechnung von Terminen, Losgrössen, Mindestbestellmengen usw.

Lieferbereitschaft erhöhen oder Kosten senken?

Im besten Falle natürlich beides! Logistikverantwortliche benötigen für eine Bestandsoptimierung Daten aus Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Nur so können entsprechende Planwerte berechnet werden. Die Grundlagen dazu liefert – einmal mehr – das ERP-System. Durch die Integration aller Unternehmensbereiche stehen alle relevanten Daten zur Verfügung. Aufgrund der Auftragsplanung (wir sprechen hier von Kundenaufträgen, Lageraufträgen, Produktionsaufträgen und Sonderaufträgen) lassen sich die damit verbundenen Bedarfsmengen berechnen und auf einer Dispositionsachse zeitlich darstellen. Dadurch entsteht ein Logistik-Cockpit, mit welchem sich eine optimale Balance zwischen hoher Lieferbereitschaft und minimaler Kapitalbindung erzielen lässt.

Optimierte Beschaffungsplanung mittels ERP

Ein zentraler Bereich des Bestandsmanagements ist die Beschaffungsplanung. Je nach Bestellstrategie wird hier entschieden, wann ein Artikel in welcher Menge eingekauft wird. Die optimale Bestellmenge richtet sich dabei auch nach den Vorgaben des jeweiligen Lieferanten. Mindestmengen, Losgrössen, aber auch Staffelpreise können mittels ERP-System berechnet werden. Gleichzeitig können Bedarfsmengen aus verschiedenen Aufträgen zu Sammelbestellungen gebündelt werden. Das ERP hilft mit, optimale Losgrössen zu ermitteln und das beste Verhältnis aus Bestell- und Lagerhaltungskosten zu definieren. Auf diese Weise werden nicht nur Kosten gesenkt, sondern auch eine stabile Verfügbarkeit erreicht.

Fremdfertigung und verlängerte Werkbank

Nicht immer werden alle Produktionsarbeiten im eigenen Betrieb durchgeführt. Kosten, Kompetenz und Kapazität sind Gründe, weshalb gewisse vor- oder nachgelagerte Arbeiten an einen sogenannten Lohnfertiger ausgelagert werden. Selbstverständlich müssen auch diese Operationen ins Bestandsmanagement einfliessen, damit die Termin- und Mengeneinhaltungen überwacht werden können. Die damit verbundenen Kosten werden zudem für die Preiskalkulation des Produktes benötigt. Auch hier leistet ein integriertes ERP-System ganze Arbeit. Es bietet nicht nur die entsprechende Funktionalität, um fremdgefertigte Operationsschritte zu planen und zu koordinieren, sondern ermöglicht auch transparente Auswertungen für die Beurteilung von Make-or-buy-Strategien.

Make or buy, das ist die Frage

Zugegeben, die Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Für einen Einkauf von Fertigungsleistungen (Buy) sprechen z.B. die Einsparung von Lagerkosten, geringere Lohnkosten, das Know-how des Lieferanten, eine Überbrückung von Terminengpässen, die Verwendung eigener Ressourcen für anderweitige Aufträge, Konzentration auf Kernkompetenzen oder der Einsatz von Spezialmaschinen. Umgekehrt gibt es natürlich auch gute Gründe, welche die Eigenfertigung (Make) rechtfertigen, wie etwa Einsparung von zusätzlichen Transportkosten, bessere Auslastung betrieblicher Ressourcen, Aufbau von Entwicklungs- und Fertigungswissen, einfachere Termin- und Qualitätskontrollen. Welche Variante für welchen Produktionsschritt die geeignetste ist, bedarf einer Gegenüberstellung von internen und externen Kosten.

Das ABC der Bestandsoptimierung

Bestände zu senken, lohnt sich. Logischer Nebeneffekt einer reduzierten Kapitalbindung ist die Erhöhung der Liquidität. Doch aufgepasst: Bei der Bestandsoptimierung sollte man nicht nach dem Giesskannenprinzip verfahren. Mit einer gezielten Bedarfs- bzw. Bestandsanalyse lassen sich Artikel nach ABC-Klassen einteilen, wobei A die höchste Gewichtung hat. Die Klassifizierung kann nach Umsatz, Beschaffungszeit, Wert usw. erfolgen. Rasch drehende oder für die Fertigung wichtige A-Artikel sollten stets in genügender Menge verfügbar sein. Hingegen können die Bestände von selten benötigten oder schnell erhältlichen B- und C-Artikel reduziert werden. Die meisten ERP-Systeme verfügen sowohl über Analyse- als auch über Klassifizierungsfunktionen.

Transparenz als Optimierungsgrundlage

Ein optimiertes Bestandsmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist für jedes Unternehmen ein genauso wichtiges wie naheliegendes Thema. Da es durch die Beteiligung unterschiedlicher Unternehmensbereiche leicht zu divergierenden Interessenskonflikten kommen kann, sind transparente Informationen als Optimierungsgrundlage unverzichtbar. Vollintegrierte ERP-Systeme leisten dabei wertvolle Hilfe und ermöglichen eine ausgewogene Balance zwischen Kostenoptimierung und Verfügbarkeit.

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Kategorien: Allgemein, ERP, Kalkulation

Über den Autor

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann (*1964) ist seit 1989 im Bereich Business Software tätig. Während dieser Zeit hat er sich als Projekt- und Marketingleiter bei verschiedenen Softwareanbietern umfassende Kenntnisse des Schweizer IT-Markts erworben. Seit 2011 ist er als Chefredaktor eines Fachmagazins für Business Software tätig, publiziert regelmässig Beiträge über aktuelle IT-Themen und ist verantwortlich für den Bereich Publishing der Schweizer Business Software Plattform topsoft.

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