Seit 2008 in der Cloud

Profitieren Sie von unserer Erfahrung mit wöchentlich neuen Fachbeiträgen, Tipps & Anleitungen, E-Books, Whitepapers und Webinaren zu Business Software-Themen, die Schweizer KMU beschäftigen.

Mobile Datenerfassung in der Produktion

06.09.16 09:30 / von Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Mobile Datenerfassung in der Produktion mit einem Barcode-Scanner

Seit Beginn der Industrialisierung interessiert es Unternehmer, wie viele Kosten bei der Herstellung ihrer Produkte anfallen. Kosten, das bedeutet Aufwand für Menschen, Maschinen und Material. Demgegenüber steht das nicht minder interessante Ergebnis, sprich die gefertigten Produkte. Die Dynamik und die Komplexität von Fertigungsprozessen bringen es mit sich, dass dabei Unmengen von Daten in rascher Folge anfallen.

Eingebettet in vor- und nachgelagerte Prozesse

Wenn die vollautomatische Pick-up-Maschine Fahrt aufnimmt oder die Kaugummi-Walzanlage sich in Bewegung setzt, ist das datentechnisch nur die Spitze eines Eisbergs mit zahlreichen vor- und nachgelagerten Prozessschritten in Verkauf, Einkauf, Konstruktion, Disposition, Logistik und Finanzen. Erst wenn alle Parameter auf Grün schalten, kann die Produktion loslegen. Jede Tätigkeit ist Teil eines zusammenhängenden Werte- und Informationsflusses. Es liegt auf der Hand, dass dabei kaum ein Unternehmen ohne die Dienste eines ERP-Systems mit integrierter Datenbasis auskommt. Nur so lassen sich komplexe, miteinander verknüpfte und voneinander abhängige Informationen transparent verwalten.

Daten dort erfassen, wo sie entstehen

Die korrekte Erfassung und Zuordnung ist nicht einfach, denn die Realität sieht oft anders aus als die Planung. Nicht selten müssen im laufenden Betrieb Maschinen gewechselt werden; ein Defekt verursacht plötzlich Ausschuss; benötigtes Material fehlt oder ist unbrauchbar; dringende Expressaufträge werden eingeschoben und so weiter. Für Produktionsleiter sind solche Szenarien wahre Albträume. «Beruhigend» wirken dabei moderne ERP-Systeme, zumal wenn sie über eine zentrale Datenbasis und mobile Funktionen für die Fertigung verfügen. Solche Anwendungen tragen entscheidend dazu bei, dass sich die hohe Komplexität von Fertigungsprozessen trotz unvorhergesehener Ereignisse handhaben lässt. Können die Daten direkt am Ort und zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfasst werden, gewinnt man einen entscheidenden Wissens- und Zeitvorsprung.

Schneller, besser, genauer – dank mobiler Datenerfassung

Natürlich macht der Einsatz mobiler Datenerfassungsgeräte (MDE) auch Sinn, wenn alles wunschgemäss läuft. Dank mobiler Erfassungsgeräte können die Benutzer die Daten direkt am Ort des Geschehens erfassen. So ersparen sie sich lange Laufwege oder die aufwändige, fehleranfällige Eingabe von Informationen per Hand. Gerade in Anwendungsbereichen wie Lagerbewirtschaftung, Produktion, Wareneingang, Kommissionierung, Arbeitszeitzeiterfassung sowie Qualitätsmanagement verschafft ein ortsunabhängiger Zugang zur IT grosse Vorteile. Mit einem modernen MDE lassen sich nicht nur Daten erfassen, sondern auch Artikel, Aufträge oder Maschinen anzeigen. Ein Beispiel dafür sind Inventurlisten, welche als Vorgaben auf den MDE angezeigt und von den jeweiligen Mitarbeitenden abgearbeitet werden können.

Aus Produktion und Logistik nicht mehr wegzudenken

Die Möglichkeiten der mobilen Datenerfassung lassen sich flexibel und kreativ umsetzen, schliesslich handelt es sich dabei um eine Technologie und nicht um eine fertige Anwendung. Häufig sind Logistik- und Produktionsprozesse gleichermassen involviert. Während in einigen Unternehmen sämtliche Lagerbewegungen wie Wareneingang und -ausgang, Umlagerung, Kommissionierung, Bereitstellung für die Produktion usw. gescannt und nachverfolgt werden, begnügen sich andere Betriebe, Informationen zu den jeweiligen Produktionsaufträgen zu erfassen (z.B. Stückzahlen, Chargen-/Seriennummern, Arbeitszeiten, Maschinenbelegung). Je nach Integrationstiefe werden dadurch aktuelle Daten generiert, welche in anderen Unternehmensbereichen direkt genutzt werden können. So kann der Verkäufer seine Kunden jederzeit über den Auftragsstatus informieren und der Puls des Finanzchefs erhöht sich in Echtzeit, wenn er sieht, wie die Kosten aus dem Ruder laufen.

Das ERP als Schaltzentrale für alle Daten im Unternehmen

Ausgangslage für alle – auch mobile – Daten im Unternehmen ist das zentrale ERP-System. Von hier aus werden die gewünschten Informationen an Scanner, Displays, Tablets, Smartphones usw. geliefert bzw. über diese erfasst. Als Identifikation dient in der Regel ein Barcode, welcher auf den Auftrags- oder Produktionspapieren, auf einer separaten Liste oder auf den jeweiligen Artikeln angebracht ist. Barcodes sind nach wie vor die günstigste Lösung, auch wenn sie immer mehr Konkurrenz in Form von RFID-Tags bekommen. Beide Technologien lassen sich auch unabhängig von menschlicher Mithilfe einsetzen. Das Erfassen wird zunehmend automatisiert und spielt besonders bei Industrie 4.0 Konzepten eine wichtige Rolle. Auch in Zukunft bleibt die mobile Datenerfassung also ein spannendes Thema.

Whitepaper ERP-Einfuehrung

Kategorien: Allgemein, Einkauf, ERP, Berechtigungen, KMU, Tablet, Mobile Business

Über den Autor

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann (*1964) ist seit 1989 im Bereich Business Software tätig. Während dieser Zeit hat er sich als Projekt- und Marketingleiter bei verschiedenen Softwareanbietern umfassende Kenntnisse des Schweizer IT-Markts erworben. Seit 2011 ist er als Chefredaktor eines Fachmagazins für Business Software tätig, publiziert regelmässig Beiträge über aktuelle IT-Themen und ist verantwortlich für den Bereich Publishing der Schweizer Business Software Plattform topsoft.

Das könnte Sie auch interessieren