Seit 2008 in der Cloud

Profitieren Sie von unserer Erfahrung mit wöchentlich neuen Fachbeiträgen, Tipps & Anleitungen, E-Books, Whitepapers und Webinaren zu Business Software-Themen, die Schweizer KMU beschäftigen.

Warum Sie die Chargenverwaltung nicht dem Zufall überlassen sollten

[fa icon="calendar"] 13.02.19 08:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

chargenverwaltung

Was haben Schoggistengeli, Airbags und Smartphones gemeinsam? Sie bestehen aus Komponenten, welche bei einer Gefahr für die Konsumenten jederzeit identifizierbar sein müssen. Hat es im Kakao Kunststoffsplitter oder droht der Akku im Handy zu explodieren, wird eine sofortige Rückrufaktion ausgelöst. Den Nachweis für die Verwendung der betroffenen Rohstoffe oder Bauteile liefert die Chargenverwaltung. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie und warum dabei ein integriertes Cloud-ERP besonders Sinn macht.

Schutz der Konsumenten als oberstes Gebot 

Aufgeschreckt durch Schlagzeilen und Skandale sind wir Konsumenten in den vergangenen Jahren immer kritischer geworden, wenn es um die Herkunft, Verarbeitung und Nutzung von Gütern geht. Viele Handels- und Produktionsunternehmen haben reagiert und deklarieren transparent, woher die bei der Herstellung verwendeten Produkte stammen und wie diese fabriziert wurden. Das hat sowohl ethische als auch gesundheitliche Hintergründe. Mit Hormonen versetztes Fleisch ist weder appetitlich noch gesundheitsfördernd. Ebenso wenig ist Kinderarbeit aus Niedriglohnländern akzeptabel. Wir wollen wissen, was wir essen, anziehen und konsumieren. Gleichzeitig wollen wir es vermeiden, dabei Kopf und Kragen zu riskieren. Versagende Bremsen beim Auto, brennende Akkus, ausfallende Flugzeugtriebwerke usw. sind Albträume, vor denen wir uns schützen wollen. Dass solche Sachen passieren, ist nie ausgeschlossen. Aber wenn sie passieren, muss sofort reagiert und informiert werden.
 

Komplexe Verkettung von Prozessen und Produkten 

Bei der Herstellung von Konsumgütern sind in der Regel verschiedene Lieferanten involviert. Die Beschaffung von Rohstoffen, Halbfabrikaten oder Komponenten erfolgt über ein weltweites Netzwerk. Vom Kundenauftrag und der Lieferantenbestellung über den Transport und Lagerhaltung bis hin zur Verwendung in der Produktion und Auslieferung an die Kunden entsteht dadurch ein komplexer Prozessablauf. Nehmen wir als Beispiel die Herstellung von Kunststoffgranulat. Als «Mittelprodukt» wird dieses in einem komplexen Fertigungsprozess aus verschiedenen Zutaten hergestellt. Jede dieser Zutat kann aus unterschiedlichen Batchproduktionen des Lieferanten stammen. Das Granulat selbst wird ebenfalls in mehreren Teilmengen produziert und andernorts für die Herstellung von Endprodukten, z.B. Kinderspielzeug, verwendet. Da viele Köche den Brei verderben können, ist es wichtig, jederzeit über die Köche und ihre Zutaten Bescheid zu wissen.  


myfactory ERP aus der Cloud kostenlose Demo anfordern

Lückenlose Rückverfolgung aller Komponenten

Die Verwaltung verschiedener Chargen und ihrer Merkmale ist nicht nur kompliziert, sondern muss lückenlos erfolgen. Im Bedarfsfall könnten fehlerhafte Aufzeichnungen hohe Schadenersatzforderungen und ein enormer Imageverlust mit sich ziehen. Für Prozessfertiger ist eine durchgängige Chargenverwaltung daher unverzichtbar. Dabei ist es wichtig, dass in sämtlichen Prozessen alle notwendigen Merkmale berücksichtigt werden. Mittels ERP-Software können alle Vorgaben bei Anlieferung, Ein- und Auslagerung oder Verwendung in der Produktion jederzeit erfasst werden. Moderne Systeme dokumentieren nicht nur, sondern alarmieren auch bei Normabweichungen. Bei Bedarf können Chargen anhand flexibler Suchmöglichkeiten rasch eruiert werden. Dabei stehen auch auf die entsprechenden Prüf- und Qualitätsdokumente zur Verfügung.

 

Das ERP als Informationszentrale 

Zu den grossen Vorteilen eines integrierten ERP-Systems gehört die durchgängige Datenverbindung über alle Arbeitsbereiche hinweg. Bei der Chargenverwaltung lassen sich dadurch alle verwendeten Materialien und Bauteile über allen Produktionsschritte sowie Verarbeitungs- und Vertriebsstufen zurückverfolgen. Alle Produktmerkmale und -spezifikationen können im ERP verwaltet, verwendet, gedruckt und archiviert werden. Im Artikelstamm sind bereits alle erforderlichen Daten vorhanden, welche in den jeweiligen Prozessschritten im Qualitätsmanagement benötigt werden. Dadurch wird der Koordinationsaufwand deutlich verringert und gleichzeitig die Datenqualität erhöht. Das ERP dient dabei als Informationszentrale für sämtliche Fertigungsprozesse. 

 

Mobile Verfügbarkeit von Chargeninformationen 

Bei einem Gespräch mit einem Kunden oder Lieferanten kann es sinnvoll sein, vor Ort auf Chargeninformationen zugreifen zu können. Möglich macht dies der Einsatz eines Cloud-ERP. Alle relevanten Daten lassen sich so aktuell abrufen und können bei Verhandlungen wertvolle Dienste leisten. Aber auch unterwegs im Betrieb, z.B. bei einem Meeting, können sich die Mitarbeitenden jederzeit über die Produktions- und Chargendaten informieren. In der Praxis geht es dabei oft auch um zusammenhängende Daten wie Liefertermine und -mengen, Ressourcenplanung, Versandangaben, Verfügbarkeit, Bestände usw. Insbesondere die Logistik gewinnt in Zusammenhang mit der Chargenfertigung eine zunehmende Bedeutung. Ein- und Auslagerungsstrategien, die Optimierung der Kommissionierungsreihenfolge und Entnahmefolge, die Steuerung von Nachschub sowie von Puffern für die Produktionsmaterialien oder die Anbindung an die Systeme von Spediteuren sind Anforderungen, welche in direktem Zusammenhang mit der Chargenverwaltung stehen.

 

Kategorien: Cloud, ERP, Digitalisierung, eCommerce, Mobile Business

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

Das könnte Sie auch interessieren