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Logistikherausforderungen für Schweizer KMU

06.05.16 09:30 / von Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Logistikherausforderungen für Schweizer KMU

Angetrieben von sich ständig verändernden Märkten, neuen Handels- und Transportkonzepten und einer zunehmenden digitalen Durchdringung gilt die Logistik zu Recht als Innovationstreiber. Trends wie Globalisierung, Umweltschutz und Individualisierung prägen die Branche massgeblich. Die Organisation und Steuerung von Logistikprozessen wird zunehmend komplexer. Gleichzeitig müssen die Kosten gesenkt und die Qualität erhöht werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Vernetzung und Digitalisierung

Immer schneller, besser und effizienter – unter diesem Motto stehen Logistikprozesse regelmässig auf dem Prüfstand. Nicht nur bei Grossfirmen, sondern vor allem auch bei KMU. Der Einsatz von vernetzten IT-Systemen, insbesondere von ERP-Lösungen, spielt dabei sowohl für interne als auch für unternehmensübergreifende Prozesse eine zentrale Rolle. Sei es bei der Materialbedarfsermittlung aufgrund von Verkaufs- und Produktionsaufträgen, bei der Versand- und Retourenlogistik oder bei der Übermittlung von Logistikdaten an Kunden und Lieferanten mittels EDI – das ERP ist der Motor, der alle Prozesse in Bewegung hält und die Daten für die Umsysteme von Spediteuren, Behörden und anderen Logistikpartnern liefert. Gemäss Logistikmarktstudie Schweiz 2016 wird die Digitalisierung in der Logistik weiter zunehmen. Cloud Computing und RFID haben noch viel Potential. 

Integration von Logistikdienstleistern

Mit der standardisierten, digitalen Vernetzung entstehen im Logistikbereich neue Kooperationsmöglichkeiten über die Unternehmensgrenzen hinweg. Was sich in der Produktion als verlängerte Werkbank schon seit Jahrzehnten bewährt hat, kommt immer mehr auch in der Logistik zur Anwendung. Lagerverwaltung und Transportmanagement gehören nur in Ausnahmefällen zum Kerngeschäft von Handels- oder Fertigungsbetrieben. Spezialisierte Dienstleister decken diese Aufgaben weitaus besser ab. Grundvoraussetzung dafür ist ein durchgängiger Datenfluss mit aktuellen Daten. Logistikdienstleister kümmern sich längst nicht mehr nur um den Transport von Waren, sondern übernehmen weitreichende Aufgaben von der Lagerbewirtschaftung über die Kommissionierung und Konfektionierung bis zum Unterhalt von E-Commerce-Shops.

Service als Differenzierungsmöglichkeit

Nebst der Maximierung der Prozesseffizienz und der Minimierung der Kapitalbindung bietet die Supply Chain auch die Möglichkeit, sich über den vom Kunden wahrgenommenen Service zu differenzieren.

Die Erwartungen an die Logistik sind sowohl im B2B- als auch im B2C-Umfeld gestiegen. Ultrakurze Lieferzeiten, Verfügbarkeit ab Lager, individualisierte Produkte und Online-Bestellmöglichkeiten rund um die Uhr werden von vielen Kunden heute vorausgesetzt. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Logistikprozesse. Hersteller, Importeure, Händler, Vertriebsorganisationen und Spediteure müssen Hand in Hand arbeiten, um den Ansprüchen der Kunden zu genügen. Nebst dem Preis ist der Service kaufentscheidend. Die Logistik bietet verschiedene Differenzierungsmöglichkeiten im Servicebereich wie z.B.

  • Aktuelle Sendungsverfolgung (Tracking)
  • Individuelle Produktkonfiguration
  • Verschiedene Liefermöglichkeiten (Abholung, Lieferung, Pick-up usw.)
  • Kostenlose Retourenabwicklung
  • Behälter-/Gebindemanagement

Der Schlüssel dazu ist eine enge Verzahnung der Logistikprozesse mit dem ERP-System.

Mobile IT und E-Commerce

Der Einsatz mobiler IT-Geräte hat im Logistikbereich für eine Beschleunigung und Vereinfachung der Prozesse gesorgt. Vom Wareneingang über die Einlagerung bis zur Kommissionierung und Warenausgang kommen in vielen Unternehmen mobile Barcode-Scanner zum Einsatz. Dank neuen Technologien wie z.B. HTML5 lassen sich direkte Anbindungen an zentrale ERP-Systeme realisieren. Mittels browserfähigen Endgeräten können Daten so mobil erfasst werden und stehen sofort unternehmensweit zur Verfügung. Auch in der Produktionslogistik ist der mobile IT-Einsatz inzwischen weitverbreitet. Material wird via Barcode gescannt und Fertigprodukte auf gleichem Weg zurückgemeldet.

E-Commerce ist in Europa mit zweistelligen Prozentzahlen auf Wachstumskurs. Online-Marktplätze wie Ebay und Amazon, aber auch viele kleinere Versender generieren ein enormes Handelsvolumen über das Internet. Die Komplexität von E-Commerce reicht weit über eine Webpräsenz oder über den Betrieb eines E-Shops hinaus. Damit verbunden sind komplexe Logistikprozesse von der Lagerhaltung über Payment bis zur Abwicklung von Lieferung und Retouren. Mit E-Commerce stehen viele KMU in der Schweiz vor einer neuen, grossen Herausforderung mit enormen Differenzierungspotential.

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Kategorien: Allgemein, Smartphone, Einkauf, Cloud, ERP, Service, KMU

Über den Autor

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann (*1964) ist seit 1989 im Bereich Business Software tätig. Während dieser Zeit hat er sich als Projekt- und Marketingleiter bei verschiedenen Softwareanbietern umfassende Kenntnisse des Schweizer IT-Markts erworben. Seit 2011 ist er als Chefredaktor eines Fachmagazins für Business Software tätig, publiziert regelmässig Beiträge über aktuelle IT-Themen und ist verantwortlich für den Bereich Publishing der Schweizer Business Software Plattform topsoft.

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