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Ist Cloud-ERP gleich Software-as-a-Service? Wir klären auf!

30.08.17 09:15 / von Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Ist Clloud ERP gleich Software-as-a-Service SaaS

Die Informatik ist berühmt-berüchtigt für ihre vielen Anglizismen und Abkürzungen. Und täglich werden es mehr. Marketingspezialisten, Ingenieure und Softwareentwickler scheinen sich diesbezüglich in Sachen Kreativität übertreffen zu wollen. Nicht selten kommt es dabei zu Begriffsverwirrungen. Die Wunderwelt des «Internet» scheint dabei besonders anfällig zu sein, deshalb wollen wir heute zwei Begriffe etwas genauer unter die Lupe nehmen: Cloud-ERP und Software-as-a-Service.

Per Browser zum Cloud-ERP

Um hier für etwas mehr Klarheit zu sorgen, wollen wir uns an eine Definition heranwagen. Beginnen wir zuerst mit dem Cloud-ERP. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei im Grunde um ein ganz normales ERP, also Software für die Planung und Steuerung von unternehmerischen Ressourcen. Anders, als es der Begriff «Cloud» suggeriert, fällt diese Software nicht vom Himmel. Für den Betrieb braucht es immer irgendwo Rechnerleistung in Form von Hardware. Wurde diese früher in der Regel vor Ort im Unternehmen (On-Premise) zur Verfügung gestellt, kann der Zugriff auf Programme und Daten inzwischen dank leistungsfähigen Internetverbindungen über einen Browser bzw. über die Cloud erfolgen.

«as-a-Service», stets zu Diensten

Und schon sind wir mitten drin im Thema Software-as-a-Service. Mit «as-a-Service» ist nichts anderes gemeint als die Nutzung von Rechnerleistungen oder Programmen über das Internet. Im Falle von Software, wie z.B. bei einem ERP-System, sprechen wir deshalb von Software-as-a-Service. Handelt es sich um Infrastrukturangebote wie Speicherkapazität wird daraus einfach Infrastructure-as-a-Service. Will man über das Web auf ganze Plattformen zugreifen, z.B. für das Entwickeln oder Testen von IT-Lösungen, bucht man… klar, Platform-as-a-Service. Nicht verwechseln sollte man «as-a-Service»-Dienste hingegen mit ASP-Angeboten.

ASP – ähnlich, aber anders

Application-Service-Providing, kurz ASP, ist die Bereitstellung von Anwendungen durch einen technischen Dienstleister, welcher die Rolle als Provider übernimmt. Mit der Entwicklung, dem Betrieb und der Abrechnung der eigentlichen Software hat er nichts zu tun. ASP-Dienste werden individuell pro Kunde zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz dazu teilen sich SaaS-Kunden gleichzeitig eine Lösung. Man spricht hier auch von Single-Tenant vs. Multi-Tenant-Strukturen. Der Unterschied ist nicht nur technischer Natur, sondern zeigt sich auch beim Nutzungs- bzw. Abo-Modell. Während bei ASP das Angebot auf einzelne Kunden abgestimmt ist, richten sich Webservice stets an eine Vielzahl von Kunden.

Webservice pur im Internet-Café

Im Prinzip ist das Internet nichts anderes als eine spezielle Form des Telefonierens. Anstatt dass sich zwei Menschen fernmündlich unterhalten, telefonieren zwei Computer in ihrer Daten-Sprache miteinander. Damit Menschen dabei nicht nur in die Röhre gucken, übernimmt ein spezielles Softwareprogramm – der Browser – die Rolle des Übersetzers. Mehr braucht es nicht. Genauso sollten auch reinrassige Web-Services funktionieren, ob sie nun SaaS, IaaS oder PaaS heissen. Denn dann – und nur dann – lassen sich diese auch überall nutzen, wo ein Internetzugang besteht. Die Frage, ob es sich bei der webfähigen Lösung um eine pure Webanwendung handelt, lässt sich am einfachsten in einem Internet-Café beantworten. Da man auf dem Rechner dort nichts Eigenes installieren darf, ist man auf reine Webservices angewiesen.

Webfähig ist nicht gleich webbasiert

Sie werden sich fragen, was mit «reinen» Webservices gemeint ist? Dazu müssen wir etwas ausholen. Wurden Cloud-Angebot zu Beginn vor rund 10 Jahren noch kritisch begutachtet oder verlacht, hat der zunehmende Erfolg von Webservices inzwischen viele Mitläufer auf den Plan gerufen. Nicht jeder kann aber seine On-Premise-Lösungen zur Webapplikation umprogrammieren. Also versuchte man, die Webfähigkeit wenigstens mittels Hilfsprogrammen nachzubilden (fachsprachlich: emulieren). Das mag zwar zu Hause oder im eigenen Unternehmen funktionieren, wird beim Internet-Café-Test aber kläglich scheitern. Im Gegensatz zu echten webbasierten Lösungen haben solche Fake-Webanwendungen noch weitere Nachteile. Zum einen sind die Programme nicht oder nur eingeschränkt mobil einsetzbar. Zum anderen ist der Systemaufbau ursprünglich nicht als Weblösung konzipiert, sondern orientiert sich an konventionellen On-Premise-Installationen mit entsprechenden Performance-Einbussen.

Kleiner Test zum Abschluss: Was meinen Sie, sind Cloud-ERP und Software-as-a-Service das Gleiche?

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Kategorien: SaaS, Allgemein, Cloud, ERP, KMU

Über den Autor

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann (*1964) ist seit 1989 im Bereich Business Software tätig. Während dieser Zeit hat er sich als Projekt- und Marketingleiter bei verschiedenen Softwareanbietern umfassende Kenntnisse des Schweizer IT-Markts erworben. Seit 2011 ist er als Chefredaktor eines Fachmagazins für Business Software tätig, publiziert regelmässig Beiträge über aktuelle IT-Themen und ist verantwortlich für den Bereich Publishing der Schweizer Business Software Plattform topsoft.

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