IIOT – Der Schlüssel zum Erfolg in der Produktion

von Sandra Bültermann, Autorin am 31.03.2021, 2 min Lesezeit

Das Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IOT) ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern schon im Alltag angekommen: Wir verfolgen den Versand von Paketen live am Computer, steuern Haushaltsgeräte im Smart Home per Natel und teilen unsere mit dem Wearable getrackte Laufstrecke in Echtzeit mit Freunden. Im Vergleich zu industriellen IOT (IIOT)-Lösungen sind das aber nur Spielereien. Das wahre Potenzial liegt in der Steuerung von industriellen Abläufen und Prozessen. Mit IIOT lassen sich viele Prozesse erheblich beschleunigen, Betriebskosten senken, Effizienzsteigerungen erreichen und neue Geschäftsmodelle realisieren. KMU, die IIOT richtig einsetzen, profitieren von Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit sowie Zukunftsfähigkeit.  

Gestiegene Kundenanforderungen setzen KMU unter Druck  

Während das Internet der Dinge den Verbraucher bzw. Anwender im Visier hat, spielt sich das Industrial Internet of Things im industriellen Umfeld ab. Und gerade für produzierende Unternehmen, die einem enormen Veränderungsdruck unterliegen, kann IIOT Antworten auf die Fragen liefern, die Unternehmer heute beschäftigen: 

  • Wie lässt sich die Produktion flexibler gestalten? 
  • Wie machen wir Abläufe effizienter? 
  • Wie können wir die Produktionskosten senken? 

Kunden verlangen heute immer mehr Flexibilität und Individualität. Mit Standardangeboten lockt man heute keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Weltweit wächst die Nachfrage nach individualisierten, personifizierten Produkten und weitet sich über alle Branchen als neues Muster der Kunden-Lieferanten-Beziehung aus. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, brauchen Produktionsunternehmen automatisierte ProzesseTransparenz in Echtzeit sowie durchgängige Informationen 

Losgrösse 1 fordert dezentrale Produktion  

Individualisierte Produkte, schnelllebige Absatzmärkte und neue Wettbewerber fordern Fertigungsbetriebe einiges ab, vor allem sind flexiblere Produktionssysteme gefordert, um schneller auf Kundenanforderungen reagieren zu können. Mit konventioneller Fertigung sind individuelle Angebote zu Preisen wie in der Serienfertigung schlichtweg nicht realisierbar. Die Lösung für Fertigungen mit Losgrösse eins heisst Smart Factory. In der modernen, dezentralen Produktion sind die Maschinen mit modernen Sensoren und Chips ausgestattet, die Werte sammeln, Produktionsdaten übermitteln bzw. erhalten und die Kommunikation untereinander steuern. Stellen Sie sich als Beispiel die Fertigung individueller Maschinen oder Werkzeuge vor. In der smarten Fabrik besitzt jede Fertigungsstation einen Chip, zu dem der jeweilige Auftrag inklusive Konfiguration aus dem ERP übertragen wird. Mittels dieser Informationen arbeitet die Produktionsanlage die einzelnen Fertigungsschritte nacheinander ab und leitet relevante Daten an das jeweils nächste Gerät in der Produktionskette weiter. Das beschleunigt die individuelle Fertigung enorm. Parallel zum Fertigungsdurchlauf lässt sich auch beispielsweise on demand das Handbuch zum spezifisch konfigurierten Werkzeug bzw. zur Maschine in der gewünschten Sprache drucken.

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Mit IIOT Wartung und Instandhaltung optimieren 

IIOT bietet weitere Vorteile, unter anderem Predictive Maintenance (auf Deutsch: vorausschauende Instandhaltung). Mit Hilfe von Sensoren und verschiedener Analyse-Algorithmen lässt sich der Ist-Zustand von Produktionsmaschinen periodisch oder kontinuierlich überprüfen, um vorauszusagen, wann eine Wartung durchgeführt werden sollte. Im Idealfall erfolgt auf diese Weise eine Wartung maximal leistungseffizienz, also bevor die Maschine einen Leistungsverlust erleidet. Zudem führt dies gegenüber einer routinemässigen oder zeitabhängigen vorbeugenden Wartung zu deutlichen Kosteneinsparungen, da Arbeiten nur dann ausgeführt werden, wenn sie auch tatsächlich notwendig sind.  

Ein Beispiel: An einer Produktionsmaschine sind diverse Sensoren montiert, die laufend Temperatur, Feuchtigkeit und Vibration messen. Treten dabei Unregelmässigkeiten auf, sind dies Frühindikatoren für Störungen. Zusammen mit anderen Daten aus der Produktionssteuerung im ERP können diese Messungen dazu beitragen, Wartungsprozesse automatisch anzustossenbevor die Lage wirklich kritisch wird. Ziel ist es, Überlastungen und Ausfallzeiten zu verhindern. Denn: Nur wenn Produktionsanlagen, Geräte und Prozesse einwandfrei funktionieren, können wirtschaftliche Ziele erreicht werden. 

Integration von IIOT ins ERP-System 

Industrial Internet of Things unterstützt die vielfältigsten Ansätze. Was allen gemein ist: Sensorgestützte Ereignisse müssen in Echtzeit eine Reihe von Reaktionen anstossen – sowohl Machine to Machine („M2M“) als auch Machine to Human („M2H“). Dazu braucht es flexible Business-Anwendungen, klassischerweise ERP-Lösungen, die IIOT-Konzepte integrieren oder über Schnittstellen anbinden. Damit gelingt es, Workflows zu automatisieren und Prozesse zu analysieren bzw. auszulösen. Da vernetzte Maschinen sowie mobile Endgeräte eine enorme Datenflut produzieren, ist es eine entsprechende Cloud-Strategie erforderlich, die eine flexible Skalierung ermöglicht. Es führt also kein Weg an einem cloudbasierten ERP vorbei: Dieses gewährleistet jederzeit und überall den Zugriff auf die Daten und ermöglicht dadurch wertbringende Leistungen, wie Predictive MaintenanceZudem garantiert es die Sicherheit von sensiblen Unternehmens- sowie Kundendaten. Letzteres ist ganz entscheidend, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. 

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.