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Digitale Unternehmensprozesse – Utopie oder Realität?

04.03.20 08:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

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Laut einer aktuellen Studie der Hochschule für Wirtschaft Zürich gehören 85 % der befragten Schweizer KMU zur Kategorie «digitale Dinosaurier». Also Unternehmen, welche ihre Geschäftsprozesse noch nicht digitalisiert haben. Ein erstaunlicher Wert, nimmt doch das Thema Digitalisierung in vielen Unternehmensstrategien einen prominenten Platz ein. Warum sieht das in der Realität so anders aus? Sind digitale Unternehmensprozesse gar eine Utopie? Erfahren Sie, wo das Problem liegt und wie Sie es trotzdem schaffen, Ihre Prozesse zu digitalisieren.

Gewachsene Prozesse als Hürden 

Jede Geschäftsidee spiegelt sich in konkreter Form des Geschäftsmodells, der Organisationsform, der Kundenbasis und der Geschäftsprozesse wider. Über die Jahre festigen sich diese Strukturen immer stärker und nähern sich einem organisch gewachsenen Optimum an. Der Nachteil dabei ist, dass sich diese Form und die damit verbundenen Arbeitsabläufe und Verhaltensmuster anfangen zu zementieren. Veränderungen sind nur noch bedingt möglich und allenfalls auch nicht erwünscht. «Das haben wir schon immer so gemacht, daran werden wir nichts ändern», tönt es dann auf Inhaber- oder Management-Ebene. Nimmt der Druck von aussen zu, gerät ein solches Konstrukt ins Wanken. Entweder es passt sich an oder es zerbricht.  

 

Digitaler Wandel ist kein Selbstzweck 

Einen Digitalisierungsdruck gibt es nicht. Digitaler Wandel ist nie nur Selbstzweck. Ausschlaggebend sind die sich verändernden Rahmenbedingungen, wie Generationenwechsel, FirmenübernahmeKundenverhalten, neue Mitbewerbergesetzliche Vorgaben usw. Diese bewirken, dass sich das Unternehmen z.B. neu ausrichten, Kosten sparen, andere Vertriebskanäle aufbauen oder mehr E-Commerce machen muss. Dazu braucht es neue Lösungen. Genau hier kommt die Digitalisierung ins Spiel. Dass trotzdem über 80 % der KMU diese nicht vorantreibt, lässt zwei (hypothetische) Schlussfolgerungen zu: Entweder ist der Veränderungsdruck noch nicht gross genug oder es fehlen Möglichkeiten und Ressourcen, um die vorhandenen Strukturen zu digitalisieren.  


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Umschalten vom Passiv- in den Aktivmodus 

Unabhängig von diesen Zusammenhängen scheint es, dass die meisten KMU in Sachen Digitalisierung zögern. Ein klares Bekenntnis zur digitalen Zukunft lässt (noch) auf sich warten. Anstatt diese aktiv anzugehenwartet man erstmal ab. Vielleicht ist das mit der Digitalisierung ja nur eine vorübergehende Modeerscheinung, oder? Nein, ist es natürlich nicht. Nicht nur im globalen Umfeld, sondern auch in der Schweiz erleben wir, wie ganze Branchen (Industrie, Handel, Logistik, DienstleistungenPrint, Reisen, Health usw.) digital durchgeschüttelt werden. Es ist höchste Zeit, vom Passiv- in den Aktivmodus umzuschalten. Je schneller und umfassender sich ein KMU mit der Digitalisierung auseinandersetzt, desto grösser der Handlungsspielraum. Dabei ist es nicht einmal nötig, alles Bestehende über Bord zu werfen. Im Gegenteil, Digitalisierung bedeutet die Triage zwischen Möglichem, machbarem und sinnvollem. 

 

Schrittweise zu digitalen Prozessen 

Damit digitale Unternehmensprozesse nicht als Utopie verkümmern, braucht es nebst der Bereitschaft für Veränderung auch eine klare Strategie. Dazu gehört einerseits das Aufspüren des digitalen Potenzials für das Unternehmen, sprich der konkrete Nutzen heute und in Zukunft. Der «Reason why» manifestiert sich in den drei Nutzendimensionen Kosten, Zeit und Qualität. Die damit verbundenen Vorteile können in den internen Prozessen zu finden sein, in der Wahrnehmung des Unternehmens nach aussen, iAusbau des Angebots, im Kundennutzen usw. Dabei ist der Weg das Ziel. Eine schrittweise Digitalisierung ist leichter verkraftbar und lässt Spielraum für Optimierungen zu. Was dabei allerdings nicht fehlen darf, ist eine übergeordnete Planung, welche sich an der Unternehmensstrategie orientiert. 

 

Fazit: Digitalisierung kann Realität werden 

Digitale Unternehmensprozesse müssen nicht Utopie bleiben. Jedes KMU hat es selbst in der Hand, sich darauf einzulassen und die Digitalisierung im Rahmen der eigenen Möglichkeiten und Ziele zu nutzen. Nur – man muss es eben auch wollen und damit beginnen. Das heisst, raus aus der Komfortzone verkrusteter Prozesse und hinein in die digitale Zukunft. 

Kategorien: Cloud, ERP, myfactory, digitale Transformation, Geschäftsprozesse

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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