Seit 2008 in der Cloud

Profitieren Sie von unserer Erfahrung mit wöchentlich neuen Fachbeiträgen, Tipps & Anleitungen, E-Books, Whitepapers und Webinaren zu Business Software-Themen, die Schweizer KMU beschäftigen.

Das ERP als Enabler der digitalen Transformation

04.11.20 08:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

das-erp-als-enabler-der-digitalen-transformation

Schweizer KMU rüsten kontinuierlich Ihre IT-Infrastruktur auf. Dies resultiert darin, dass der Umsatz mit ERP-Software weiterhin wächst. Der Statistikdienst Statista stellte für das Jahr 2016 einen Gesamtumsatz mit ERP-Software in Höhe von 400 Millionen Euro fest. Für das Jahr 2021 sollen es bereits 485 Millionen Euro Gesamtumsatz in der Schweiz sein. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent. Der ERP-Markt profitiert vor allem von KMU, die bestehende Installationen erneuern oder erstmalig eine ERP-Software einführen. Denn für kleine und mittlere Unternehmen gilt eine ERP-Software als Enabler zur digitalen Transformation. Welche Aufgaben das ERP in diesem Zusammenhang erfüllt und wie die Software die Digitalisierung vorantreibt, zeigt der folgende Artikel. 

Digitalisierung von analogen Prozessen 

Primäres Ziel der Digitalisierung ist eine Überführung von einzelnen, analogen Prozessen in die digitale Welt. Hiervon versprechen sich Unternehmen zahlreiche Vorteile. Allen voran werden Unternehmensprozesse effektiver, transparenter und können automatisiert werden. Die anfallenden Daten sollen dabei analysierbar werden und bei der Unternehmensführung zur Entscheidungsfindung entscheidend beitragen. Das ERP-System gilt grundsätzlich als führendes Werkzeug, um alle Stamm- und Bewegungsdaten des Unternehmens zu verarbeiten. Aufgrund der zentralen Rolle in der Wertschöpfungskette laufen alle relevanten Informationen hier zusammen. Dies umfasst nicht nur alle Transaktionen, sondern logistische und kaufmännische Daten sind ebenfalls von Bedeutung. Durch den Anspruch der Digitalisierung werden darüber hinaus zusätzliche Informationen, z.B. von Maschinen, Menschen, Produkten, Sensoren usw. erfasst, die ebenfalls die Prozesse im ERP-System betreffen und dort integriert werden. Moderne Lösungen für das Enterprise Resource Planning (ERP) bieten somit eine Plattform, wo die unterschiedlich erfassten Daten zusammenlaufen und aggregiert werden. KMU werden ermächtigt, alle anfallenden Informationen in einem System zu verwalten und ganzheitlich auszuwerten. 

Das ERP als Integrationsplattform 

Digitale Prozesse und damit einhergehende Datensätze benötigen eine Struktur, um sinnvolle Zusammenhänge sichtbar zu machen. Die ERP-Software übernimmt daher eine Steuerungsaufgabe. Die zentrale Anwendung sorgt dafür, dass die gesamte Wertschöpfungskette digital abgebildet werden kann. Was bei der Kundenakquise und Marketing durch Integration von CRM noch überschaubar vonstattengeht, wird spätestens bei Einbezug von Beschaffung und Produktion herausfordernd, da weitere Stakeholder wie Lieferanten einbezogen werden müssen. Das ERP hat dadurch eine Integrationsrolle inne und fungiert bei KMU immer mehr als zentrales IT-Rückgrat, indem alle Informationen wie bei einer grossen Schaltzentrale zusammenlaufen. Technisch müssen dafür nicht nur alle Unternehmensabteilungen und -prozesse vollständig integriert werden. Denn auch externe Stakeholder wie Lieferanten oder Kunden gilt es einzubeziehen. Ganzheitliche ERP-Systeme bieten für KMU einen attraktiven Lösungsweg. Relevante Anwendungen wie CRM, FiBu, PPS oder E-Commerce werden nativ mitgeliefert, sodass alle Abteilungen entlang der Wertschöpfungskette durch eine einzige Datenbasis aus einem System heraus miteinander vernetzt sind. Dokumentierte APIs bieten darüber hinaus die Möglichkeit, weitere Speziallösungen anzubinden. Die Rolle als Integrationsplattform kann so durch das ERP erfüllt werden, wodurch die Datenqualität steigt und Prozesse auf ihre Effizienz hin analysiert werden können. 

myfactory-cloud-abos-demo

Die Cloud fungiert als Business-Turbo 

Einer der Wachstumstreiber des ERP-Marktes in der Schweiz ist die Cloud. Besonders KMU profitieren von ERP-Systemen aus der Datenwolke, die als Software-Dienstleistung bezogen werden können. Da keine eigene IT-Infrastruktur mehr betrieben werden muss, können Kosten beim ERP-Betrieb gespart werden. Darüber hinaus gelingt der Wechsel auf ein Cloud ERP deutlich schneller, die cloudbasierte Applikation kann im Parallelbetrieb konfiguriert werden. KMU bleiben auch in schwierigen Zeiten finanziell flexibel, da keine Kapitalbindung benötigt wird. Einschränkungen hinsichtlich der Datenmenge existieren nicht, die benötigten Kapazitäten lassen sich beliebig skalieren. Auch weitere typische Herausforderungen im ERP-Betrieb wie die IT-Sicherheit, Datenschutz, Upgrades oder Backups belasten nicht mehr die unternehmensinterne IT-Abteilung, da der ERP-Anbieter dafür verantwortlich ist, die Aktualität, Gesetzeskonformität und Hochverfügbarkeit des IT-Systems umzusetzen. In der Folge kann die IT sich um die Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle zur Steigerung der Wertschöpfung kümmern, anstatt die IT-Infrastruktur zu betreiben. 

Cloud ERP als Enabler für das Mobile Business 

Ob Homeoffice, technischer Aussendienst oder einfach der mobile Zugriff auf alle Unternehmensinformationen: Das ERP kann hier ebenfalls zum Enabler avancieren. Da cloudbasierte ERP-Systeme nativ für das Internet entwickelt wurden, unterstützt das System den browserbasierten Zugriff. Es wird lediglich ein mobiles Endgerät wie Smartphone oder Tablet sowie eine Internetverbindung benötigt, um vollen Zugriff auf alle Informationen zu erhalten. Der Zugriff kann ausserhalb des Unternehmensnetzwerkes erfolgen, wodurch das Mobile Business Realität wird. Ob bei einer spontanen Kundenpräsentation, unterwegs bei einem Geschäftstermin oder aus dem Homeoffice: Die Informationen aus dem ERP-System stehen immer bereit. In der Praxis ermöglicht dies die einfache Anbindung von unterschiedlichen Unternehmensstandorten und Gebäuden, z.B. des Lagers. Auch analoge Verkaufsstandorte sowie Popup-Shops oder mobile Stände lassen sich integrieren. Der technische Aussendienst bzw. Vertrieb können noch direkt beim Kunden Lagerbestände einsehen, Bestellungen aufgeben oder Hinweise für die Kollegen im Innendienst hinterlassen. Dies führt zu einem höheren Grad an Kollaboration, Effizienz sowie Dezentralität. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Resilienz von Geschäftsmodellen von Bedeutung.  

Abschliessend lässt sich festhalten, dass für viele KMU die Einführung eines neuen ERP-Systems dafür sorgt, dass die Digitalisierung richtig an Fahrt aufnimmt. Durch die Abbildung von analogen Unternehmensprozessen in der Applikation können diese automatisiert werden. Integrationen sorgen dafür, dass Datensätze im Kontext neue Interpretationen und eine verbesserte Planbarkeit ermöglichen. Das ERP ist somit nicht nur Enabler der digitalen Transformation in KMU, sondern die zentrale IT-Komponente, um diese auf das nächste Level zu entwickeln. 

Kategorien: Cloud, ERP, KMU, myfactory, Digitalisierung, digitale Transformation, Geschäftsprozesse

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

Das könnte Sie auch interessieren