Cloud-ERP oder On-Premise-System – was ist günstiger?

von David Lauchenauer am 15.09.2021, 2 min Lesezeit

Schon seit einigen Jahren ist Cloud-Computing auf dem Vormarsch. Immer mehr Unternehmen profitieren von den Vorteilen dieser IT-Lösungen. Die Auswahl an Software-as-a-Service (SaaS) Angebote wächst ständig. Gerade auch wichtige Systeme wie CRM oder ERP werden immer häufiger in professionellen Rechenzentren betrieben statt in eigenen Serverräumen. Die Vorteile sind gross – doch noch immer herrscht Skepsis, wenn es um das Geld geht. In diesem Beitrag vergleichen wir einmal die Kosten zwischen einem ERP als SaaS und einem stationären ERP. 

IT-Kosten? Hoppla, da läppert sich was zusammen  

Wenn man jemanden fragt, wieviel denn seine IT kostet, dann nennt diese Person meistens den Betrag, den die Geräte oder die Software selbst gekostet haben. Ja, die Anschaffung ist ein wichtiger finanzieller Posten bei einer stationären IT. Doch der Preis der Geräte ist nur ein kleiner Teil, dazu kommen über die Laufzeit noch IT-Kosten für Lizenzen, den Strom, die Schulung, den Support, Updates, nicht zu vergessen den Platz und die Personalkosten. Denn eine eigene Infrastruktur will installiert, technisch unterhalten, repariert und immer mal wieder erneuert werden. Deshalb hilft es, sich einmal die wahren Kosten über die Dauer von fünf Jahren vor Augen zu führen – so lange ist die rechnerische Lebensdauer eines Servers. Wie und wo Sie Geld sparen könne, sehen Sie im Kostenkalkulator. Dort sehen Sie schnell einmal Posten, die Sie unter Umständen gar nicht in Betracht gezogen hätten. Oder hätten Sie spontan an die Kosten für den Brandschutz, die Zutrittssicherung oder redundante Backup-Lösungen gedacht? 

 

Die Cloud reduziert systembedingt den Aufwand 

Bei einem Cloud-ERP fallen viele dieser Kosten gar nicht erst separat an. Natürlich bezahlen Sie hier monatlich Gebühren für Ihr Abonnement, doch diese schliessen nicht nur den Brandschutz oder die Backups, sondern zum Beispiel auch Updates oder die Datensicherung mit ein. Zudem kann sie mit wenigen Klicks in Betrieb genommen werden und Kosten für eine IT-Infrastruktur fallen keine an. 

Dazu kommt, dass Sie bei einem Cloud-ERP unkompliziert Leistungen dazubuchen oder auch wieder entfernen können. So bezahlen Sie genau die IT-Kosten, welche Sie zu diesem Zeitpunkt für Ihren Geschäftserfolg benötigen. Bei Ihrer eigenen Infrastruktur heisst das, neue Server dazukaufen, installieren, betreiben, warten – und allenfalls wieder stilllegen, wenn sie für eine Weile nicht mehr gebraucht werden. Zudem fallen auch hier jährliche Lizenzgebühren oder Kosten für Updates an, die man gerne bei der Berechnung vergisst. 

 

Arbeitet Ihr Personal kostenlos? 

Eine der IT-Kosten, die bei der Kalkulation ebenfalls sehr oft übersehen wird, sind die Personalkosten. Meistens sind Schulungen und Zertifizierungen nötig, damit Administratoren das ERP-System betreuen können. Und wenn es zu einem Personalwechsel kommt, verschwindet auch dieses Know-how – es muss mit einer neuen kostenpflichtigen Schulung wieder erworben werden. Auch bei einer Cloud-Lösung wird das Personal geschult, aber eben nur in der Anwendung, da die ganze technische Betreuung des ERPs durch das Personal des Cloud-ERP-Anbieters übernommen wird. Dann kommen auch Kosten für die Raummiete und die Elektrizität dazu, die nicht zu unterschätzen sind. Den Platz im eigenen Serverraum können Sie sicher sinnvoller nutzen und die Energiebilanz von Cloud-Installationen ist dank cleverer Temperaturkontrolle und Dämmung immer besser als diejenige der eigenen Server im Keller.  

 

Sicherheit ist nicht gratis zu haben 

Während die Cloud-Server aufwendig geschützt werden, steht Ihnen diese Aufgabe bei eigenen Servern noch bevor. Wie steht es um den Brandschutz? Den Schutz vor Wasserschaden? Dazu kommen die Gefahren aus dem Cyberspace, einen Bedienungsfehler oder durch eine Fehlfunktion der Infrastruktur. Die Daten müssen redundant gespeichert werden und eine separate Stromzufuhr muss sicherstellen, dass die Verfügbarkeit stets gewährleistet ist. Diese Aufgaben übernimmt der Cloud-Anbieter für Sie, während Sie sich bei einer On-Premise-Installation selbst um Zugangskontrolle, Bewachung und technischen Support bemühen müssen. 

 

Es sind sehr viele IT-Kosten, die es zu berücksichtigen gilt, wenn man den Vergleich zwischen Cloud-ERP und On-Premise-Lösung anstellen möchte. Doch wenn Sie den Vergleich seriös durchführen, auch das Personal und die Wartung nicht vergessen, werden Sie schnell bemerken, dass sich rein finanziell eine Cloud-ERP-Lösung in den meisten Fällen rentieren wird.    

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David Lauchenauer
Über die Autorin:
David Lauchenauer
David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.