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Checkliste E-Shop: Achten Sie auf diese Punkte beim Eröffnen eines Onlineshops

01.07.20 08:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

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Der E-Commerce in der Schweiz nimmt auch 2020 weiter an Fahrt auf. Über 6 Millionen Nutzer werden voraussichtlich in diesem Jahr digital Produkte erwerben und dabei einen prognostizierten Gesamtumsatz von etwa 8,77 Milliarden CHF den im E-Commerce aktiven Unternehmen bescheren. Das Wachstum wird in den nächsten Jahren weiterhin anhalten, für das Jahr 2024 wird ein Marktvolumen in Höhe von 10,9 Milliarden CHF prognostiziert, mit jährlichen Wachstumsraten in Höhe von etwa 5,7%. Zu diesen Ergebnissen kommt zumindest der Statistikdienst Statista. Grund genug für immer mehr KMU, einen Onlineshop zu eröffnen, um von diesem wachsenden Markt zu profitieren. Damit Ihnen dieses Unterfangen leicht von der Hand geht, haben wir die folgende Checkliste für Sie zusammengestellt.

Strategisches Fundament für den Onlineshop

Damit der Onlineshop die gewünschten Ergebnisse erzielen kann, sollte es ein strategisches Fundament für diesen Vertriebs- und Absatzkanal geben. Idealerweise ist der E-Shop dabei in die Digitalstrategie des Unternehmens eingebunden, falls es ein solches Vorhaben detailliert gibt. Bei der Planung gilt es SMART-Ziele festzulegen, also Ziele, die spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert sind. Diese sollten als Leistungskennzahlen (KPIs) nachgehalten werden. Es gilt bei dem Vorhaben ebenfalls die anderen Abteilungen zu Betroffenen zu machen, damit in jeder Abteilung über die notwendigen Schritte beraten werden kann.

 

Lieferanten bzw. Produktion einbeziehen

Beziehen Sie nicht nur die internen Abteilungen ein, sondern ebenfalls Ihre Lieferanten bzw. die eigene Produktion. Mit externen Lieferanten sollte ebenfalls diskutiert werden, ob ggf. eine Umsetzung via Streckengeschäft (Dropshipping), bei dem der Lieferant in Ihrem Namen die Waren versendet, möglich ist. Ebenfalls sollte überprüft werden, ob der Lieferant nicht bereit ist, die Bewerbung über den Onlineshop mit zusätzlichen Mitteln oder Nachlässen zu unterstützen.

 

Die technologische Grundlage schaffen

Ein Onlineshop benötigt eine belastbare Software, die einfach zu bedienen und aufzusetzen ist und trotzdem den benötigten Funktionsumfang liefert. Hierzu zählt in jedem Fall:

  • Die Unterstützung verschiedener Sprachen und Währungen (z.B. CHF oder EUR)
  • Templates und Vorlagen, sodass ein Shop schnell einsatzbereit ist
  • Ein modernes und mobil optimiertes Design
  • Detaillierte Möglichkeiten hinsichtlich Produktimport, Verwaltung, Darstellung, Kategorisierung, Einzel- und Variantenartikel, usw.
  • Die Möglichkeit automatisiert Belege bzw. E-Mails zu senden, beispielsweise für Bestellbestätigungen
  • Die Anbindung an Zahlungssysteme wie PayPal, Kreditkarten und elektronische Lastschrift

Weitere Features rund um Suchmaschinenoptimierung (SEO), Produktmarketing, Gutscheine usw. runden die Funktionalität ab und sollten bedacht werden, wenn der Onlineshop auch skalieren soll.

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Skalierbarkeit im Hinterkopf behalten

Viele E-Shops stossen an ihre Grenzen, wenn regelmässige Verkäufe durchgeführt werden. Stimmt die Verfügbarkeit von Produkten beispielsweise nicht mehr mit der Lagerhaltung überein oder werden Produktinformationen wie Preise oder Masse nicht automatisch abgeglichen, führt dies häufig zu Frust bei den Mitarbeitern und einer schlechten Kundenerfahrung. Es ist daher sinnvoll, bereits zum Projektstart über eine mögliche Skalierung nachzudenken – auch hinsichtlich der technischen Infrastruktur. Die Cloud bietet hierfür die passende Basis, die mit Ihren Anforderungen mitwächst. Um die Kundenerfahrung hochzuhalten, empfiehlt es sich Ihre Warenwirtschaft von Beginn an in den Onlineshop zu integrieren. Cloudbasierte ERP-Systeme mit integriertem Onlineshop bieten hier eine nahtlose Integration ohne Schnittstellen und liefern damit eine belastbare, skalierbare Basis für Ihren Onlineshop. Achten Sie dabei darauf, dass das System in der Schweiz gehostet und auch Ihre Daten im Land gespeichert werden, um auf der sicheren Seite zu sein.

 

Sinnvolle Kategorien erstellen

Wird ein Onlineshop eröffnet, werden oftmals die internen Kategorien des Unternehmens ins Digitale übernommen. Insbesondere dann, wenn zu Beginn noch nicht viele Produkte online sein sollten, führen viele verschachtelte Kategorien mit Unterkategorien und weiteren Verzweigungen, in denen unter Umständen nur wenige Produkte gelistet sind, zu Frust beim potenziellen Kunden. Setzen Sie stattdessen auf eine übersichtliche Kategorie-Struktur, die Sie nachträglich immer noch erweitern können.

 

Rechtliche Rahmenbedingungen beachten

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, in der Schweiz regeln vor allem das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das Bundesgesetz über den Datenschutz und die Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen sowie die Bestimmungen des Schweizerischen Obligationenrechts, worauf Onlineshop-Betreiber achten müssen. Es gelten Aspekte wie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), das Widerrufsrecht, Gewährleistung, Garantieanspruch und die Impressumspflicht regelkonform abzubilden. Darüber hinaus gilt es dem Kunden jederzeit klar zu kommunizieren, an welcher Stelle im Kaufprozess sich dieser befindet; vor Vertragsabschluss muss ihm die Möglichkeit der Überprüfung aller Eingaben eingeräumt werden. Ein Vertragsabschluss ist via Klick möglich, es sollte allerdings auf die AGBs und den verbindlichen Abschluss hingewiesen werden. Bei der Auszeichnung von Preisen muss der final zu entrichtende Betrag in Schweizer Franken ausgewiesen werden.

 

Die Vermarktung nicht vergessen

Der beste Onlineshop führt nicht zu Umsätzen, wenn die Vermarktung nicht von Anfang an beachtet wird. Eine entsprechende bestehende Kundenbasis sollte auf die neue Möglichkeit aufmerksam gemacht werden, ein Newsletter oder ein Hinweis vom Vertrieb eignen sich beispielsweise dafür. Darüber hinaus sollten ebenfalls digitale Möglichkeiten wie die Suchmaschinenoptimierung, Google Ads, Soziale Medien oder ganze Inbound Marketing Kampagnen eruiert werden. Es empfiehlt sich in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine Shop-Software zu setzen, welche integrierte Marketingfunktionen beinhaltet.

Logistik ist ein Must-have

Wenn Ware ausgeliefert wird, benötigt es einen starken Partner in der Logistik. Es gilt zu eruieren, ob Sie ein eigenes Lager betreiben und die bestellten Güter versenden möchten oder ob ein Streckengeschäft-Modell zum Einsatz kommt. Wenn Sie selbst die Lagerhaltung übernehmen, müssen Sie sicherstellen, dass notwendige Belege wie Lieferscheine und Bestellungen ohne Zeitverzug beim Lieferanten ankommen. Im Umkehrschluss gilt es beim Streckengeschäft darauf zu achten, dass Aspekte wie die Liefergeschwindigkeit, Verpackung und Retourenmanagement professionell und anhand Ihrer Anforderungen umgesetzt werden.

 

Dem Onlineshop den notwendigen Stellenwert im Unternehmen einräumen

Der abschliessende Punkt steht zwar an letzter Stelle dieser Checkliste, er ist aber zentral für den Erfolg Ihres Onlineshops. Wenn Sie sich für den Betrieb eines E-Shops entscheiden, gilt es die Unterstützung der Führungsebene für dieses Vorhaben zu erhalten. Es muss das Verständnis bei allen Stakeholdern geben, dass mit Inbetriebnahme des E-Shops ein erster Schritt getan wurde, es werden aber kontinuierliche Optimierungen notwendig, um wirklich Marktanteile zu gewinnen und Umsätze zu generieren. Wird der Onlineshop entsprechend hoch im Betrieb priorisiert, besteht das Potenzial, einen erfolgreichen Vertriebs- und Absatzkanal zu pflegen und das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen.

Kategorien: ERP, myfactory, eCommerce, Geschäftsprozesse

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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