Seit 2008 in der Cloud

Profitieren Sie von unserer Erfahrung mit wöchentlich neuen Fachbeiträgen, Tipps & Anleitungen, E-Books, Whitepapers und Webinaren zu Business Software-Themen, die Schweizer KMU beschäftigen.

Alleskönner API

19.07.16 10:23 / von Sandra Bültermann

Sandra Bültermann

Alleskönner API - Application Programming Interface bei einem ERP System

Seit der Verbreitung von Mobile Computing, Smart Home und Cloud-Services sind APIs nicht nur Entwicklern ein Begriff. Sie finden sich auch immer häufiger im Sprachgebrauch von Entscheidern wieder, die deren Bedeutung und Potenzial erkannt haben. Doch was genau sind eigentlich APIs und wofür werden sie gebraucht? Dieser Artikel gibt einen Überblick.

Was ist eine API?

API ist die Abkürzung für Application Programming Interface und heisst übersetzt (Anwendungs-) Programmierschnittstelle. APIs bilden den Grundstein in der Softwareentwicklung. Generell dienen Schnittstellen zur Kommunikation, zum Austausch sowie zur Weiterverarbeitung von Daten und Inhalten zwischen verschiedenen Geräten, Programmen, Websites oder Anbietern. So ermöglichen APIs zum Beispiel die Fernsteuerung der heimischen Heizung, indem sie die von einem cleveren Thermostat gemessenen Temperaturwerte über eine Cloud zum Smartphone des Endverbrauchers übermitteln. Im Gegensatz zu einer Benutzerschnittstelle kommunizieren bei einem API nicht Menschen mit einem System, sondern Anwendungen direkt miteinander. Bestellt etwa ein Internetnutzer einen Fernseher im Internetshop, kommuniziert er nur mit dem Shop über dessen Oberfläche. Das Shopsystem selbst kann über APIs die Kundenbonität erfragen, die Zahlung per Kreditkarte oder Paypal veranlassen, bei einer Versicherung eine Garantieverlängerung abschliessen und einen Spediteur beauftragen. In anderen Unternehmensprozessen gewährleisten APIs beispielsweise den Austausch sowie die Weiterverarbeitung von Daten und Inhalten zwischen Customer Relationship Management (CRM), Dokumentenmanagementsystem (DMS) und Enterprise-Resource-Planning (ERP) über die Cloud.

Integrationskomplexität wächst

Einerseits bietet die Verknüpfung neuer Endgeräte, Sensoren und Internetlösungen ein nicht absehbares Potenzial für Unternehmen und zugleich einen tatsächlichen Mehrwert für den Kunden. Andererseits erfordert die stark steigende Nutzung von Cloud-Services und -Infrastrukturen über unterschiedliche Anbieter (Multi-Cloud) hinweg auch eine nahtlose Integration zwischen allen Cloud-Ressourcen sowie der On-Premise-Umgebung, um Datensilos und -redundanzen zu verhindern. Typischerweise erfolgt der Datenaustausch zwischen den Anwendungen jeweils über APIs, die es ermöglichen, Software und Dienste unabhängig von Art und Ort der zu verbindenden Systeme zu entwickeln.

Wollen KMU ihre bestehende IT-Umgebung umstellen oder um Komponenten erweitern, müssen Daten migriert und ggf. an unterschiedliche Applikationen ausgegeben werden können. Derartige Projekte sind nicht selten zum Scheitern verurteilt oder bringen zumindest langwierige Verzögerungen mit sich. Was sich, je nach Unternehmensgrösse, innerhalb einer On-Premise-Umgebung meist noch auf eine relativ überschaubare Anzahl von Anwendungen beschränkt, skaliert sich durch den Einsatz von mehreren Cloud-Services auf ein Übermass an Integrationskomplexität. 

APIs steigern Wettbewerbsvorteil

Um Datenredundanzen sowie inkonsistente Informationen zu vermeiden, muss gewährleistet sein, dass Programme Daten über Schnittstellen miteinander austauschen – unabhängig davon, ob es sich um On-Premise oder cloudbasierte Anwendungen handelt. Damit Abläufe reibungslos, automatisiert und vor allem systemübergreifend erfolgen können, stellen Betriebssystemhersteller, Telekommunikationsanbieter, Bezahldienstleister u.ä. APIs zu Verfügung, die es Dritten ermöglichen, neue Software für diese Umgebungen zu entwickeln bzw. die Services in die bestehende IT-Landschaft zu integrieren. Das Vorhandensein einer gut dokumentierten API kann ein erheblicher Wettbewerbsvorteil für Hersteller sein. Die Erweiterbarkeit sowie das Angebot zusätzlicher Anwendungen von Drittanbietern steigern die Attraktivität und den Nutzen für den Kunden enorm. Daher wird eine gut dokumentierte API immer mehr relevantes Entscheidungskriterium bei der Wahl einer Business Software.

Das haben Internetfirmen wie Google, Facebook, Amazon oder Paypal schon früh erkannt. Sie machen ihre Dienste über öffentliche APIs einer Vielzahl von Nutzern zugänglich und haben damit eine weite Verbreitung sichergestellt. So gibt es beispielsweise kaum einen professionellen Internetauftritt, der nicht den Firmenstandort auf einer Google Map zeigt und kaum einen Online Shop, der nicht mit Paypal zusammenarbeitet.

Fazit

Cloudbasierte IT-Landschaften verändern die Art, Unternehmensanwendungen zu entwickeln, zu betreiben und zu nutzen. Die zunehmende Öffnung gegenüber Drittanbietern gewinnt immer mehr an Bedeutung und lässt Plattformen sowie Inhalte zu einem dichteren Netz miteinander verschmelzen. APIs bieten den bedeutenden Vorteil, dass sich mit ihrer Hilfe verschiedenste Anwendungen kombinieren, in bestehende Unternehmensprozesse integrieren und Daten migrieren lassen, ohne Datenredundanzen zu schaffen. Zudem bieten sie interessante Möglichkeiten, neue Kunden zu gewinnen und neue Einnahmequellen zu generieren. Trotzdem sollte insbesondere hinsichtlich Business Software eine heterogene IT-Landschaft überdacht werden, da jede Schnittstelle Fehlerpotenzial bietet. Ganzheitliche Lösungen, die zusätzlich für die Funktionen, die sie noch nicht anbieten, eine API im Petto haben, werden daher immer populärer – insbesondere als Software as a Service.

myfactory ERP aus der Cloud kostenlose Demo anfordern

Kategorien: SaaS, Allgemein, Administration, Cloud, ERP, Berechtigungen, CRM, KMU

Über den Autor

Sandra Bültermann

Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.

Das könnte Sie auch interessieren