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7 Tipps, um Ihre Waren- und Materialflüsse zu optimieren

07.10.20 08:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

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Unternehmungen bestehen aus zahlreichen sensiblen wertschöpfenden Unternehmensprozessen, die besonders gut orchestriert werden müssen, um Ergebnisse zu erzielen. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht die gesamte Lieferkette (auf Englisch: Supply Chain) bzw. das Supply-Chain-Management. Letzteres beschäftigt sich damit, dass die gesamte Lieferkette, von der Kundenbestellung über die Fertigung bis zur Lieferung und Zahlungseingang, bestmöglich abgebildet werden. Im Supply-Chain-Management spielen daher vor allem der Informationsfluss sowie die Waren- und Materialflüsse eine zentrale Rolle. Der folgende Artikel hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ihnen sieben Tipps auf den Weg zu geben, um Ihre Waren- und Materialflüsse zu optimieren. 

Sorgen Sie für eine durchgängige Datenerfassung in Echtzeit 

Die Wertschöpfungskette betrifft alle Unternehmensbereiche gleichermassen: von der Beschaffung über die Fertigung, Lagerung, Logistik bis hin zum Vertrieb und Kundenservice. Dementsprechend gilt es nicht nur die Material- und Warenflüsse zu überwachen, sondern auch sicherzustellen, dass alle relevanten Informationen korrekt erfasst, übertragen und ausgewertet werden. Bei der Wertschöpfungskette ist eine Besonderheit, dass die Materialien vom Lieferanten durch die Fertigung bis zum Kunden laufen, während der Informationsfluss beim Kunden beginnt und bis zum Lieferanten reicht. Denn mit dem Kundenauftrag wird die Wertschöpfung erst angestossen. 

Es gilt also sicherzustellen, dass alle involvierten Unternehmensbereiche alle relevanten Daten in Echtzeit erfassen, weiterleiten und einsehen können. Grundlage hierfür bietet das ERP-System, welches durch Beinhaltung der Warenwirtschaft die gesamte Wertschöpfungskette abbildet. Dies setzt voraus, dass alle Abteilungen im selben ganzheitlichen ERP-System arbeiten, denn die Integration von Speziallösungen ist oftmals komplex und fehleranfällig. Eine Synchronisation der Daten in Echtzeit ist darüber hinaus nur selten möglich. Um also Zeitverzögerungen beim Datenaustausch zu vermeiden und sicherzustellen, dass alle Abteilungen direkt auf alle verfügbaren Informationen gleichermassen zugreifen können, wird dieselbe Datenbasis benötigt. 

 

Integrieren Sie alle Supply Chain Stakeholder 

Ergänzend zum vorherigen Punkt sind in der Wertschöpfungskette auch weitere, externe Stakeholder involviert, beispielsweise Lieferanten und Logistiker. Bei der Optimierung der Material- und Warenflüsse in der Supply Chain bietet eine Integration diese externen Stakeholder weiteres Potenzial. Denn selbst wenn alle internen Abteilungen integriert sind, finden Medienbrüche in der Regel bei der Warenbeschaffung oder beim Transport statt. Stattdessen sollte überlegt werden, wie externe Stakeholder ebenfalls in die Supply Chain integriert werden können. Eine Anbindung externer Lieferanten an die Warenwirtschaft ermöglicht beispielsweise eine automatisierte Beschaffung bzw. Ordererstellung zu bereits hinterlegten Konditionen bei Auftragseingang. Erfolgt gar eine direkte Integration der Warenwirtschaft, so kann dieser Aspekt auf die Spitze dahingehend getrieben werden, dass je nach Warenverfügbarkeit Orders bei unterschiedlichen Lieferanten und mit passenden Stückzahlen ausgeführt werden können. Vergleichbare Potenziale bietet eine Integration externer Logistikpartner. 

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Kostenfaktor Lager 

Die Lagerhaltung gehört zu den kostenintensivsten Bereichen der Supply Chain. Es gilt daher sicherzustellen, dass Produktionsmaterialien und Halbfabrikate genau zum richtigen Zeitpunkt in der benötigten Stückzahl zur Erledigung der (erwarteten) Auftragslage vorrätig sind. Damit es nicht zu Verzögerungen in der Produktion bzw. Auslieferung der Waren kommt, sollten Informationen zum Warenein- bzw. Warenausgang im Lager direkt in die Warenwirtschaft eingepflegt werden. Mobile Instrumente zur Erfassung der Veränderungen im Lager sind demnach sinnvoll, die Informationen sollten sofort allen Abteilungen zur Verfügung stehen. Vor allem die Integration des E-Commerce bietet zusätzliche Vorteile. Dies verbessert die Produktionsplanung, Auskünfte zum Auftragsstatus sowie die Logistik.  

 

Rückverfolgbarkeit von Waren wird immer relevanter 

Das Trendradar der Logistikmarktstudie von GS1 Switzerland ermittelt jedes Jahr, welche Trends den grössten Einfluss auf den Logistiksektor haben und in welcher Geschwindigkeit sie implementiert werden. Hier lässt sich feststellen, dass vor allem die massenfähige Sensorik und die Blockchain bei den Logistikern ganz oben auf der Agenda stehen. Beide Aspekte betreffen konkret die Lieferketten der Unternehmen, da die Rückverfolgbarkeit immer relevanter wird. Mittels Barcodes und RFID-Chips kann bereits in den Unternehmen, passende Sensorik vorausgesetzt, genau nachverfolgt werden, welche Materialien zu welchen Bauteilen eingesetzt werden und wie der Produktionsstatus aussieht. Das ERP-System unterstützt diesen Prozess durch Serien- und Chargen-NachhaltungDurch die Blockchain lässt sich die Rückverfolgbarkeit auch auf externe Stakeholder erweitern: von der Gewinnung über die Wertschöpfung bis zur finalen Übergabe an den Kunden. Ein Trend, der Zukunft hat. 

 

Optimieren Sie auf den E-Commerce 

Der E-Commerce nimmt in der Schweiz immer weiter an Fahrt auf. Dementsprechend sollte die Nutzererfahrung bei den digitalen Medien ebenfalls stetig verbessert werden. Hier wird vor allem den Informationsflüssen Bedeutung zukommen. Da Aufträge immer häufiger digital eingehen, z.B. über einen Onlineshop oder B2B-Portal, hängen die Material- und Warenflüsse immer häufiger davon ab, dass entsprechende Aufträge sofort verarbeitet werden können. Im Umkehrschluss ist es von zentraler Bedeutung, dass Informationen zum Lagerstand von Produkten bzw. klare Aussagen hinsichtlich der Lieferbarkeit auch digital getätigt werden können. Die Waren- und Materialflüsse müssen dafür vollkommen im Blick behalten werden, um belastbare Aussagen tätigen zu können.  

 

Definieren Sie relevante Kennzahlen 

Je besser Sie Ihre Waren- und Materialflüsse im ERP-System über alle Unternehmensabteilungen verfolgen können, je besser ist der Gesamtüberblick über die Supply Chain. Entsprechende Entwicklungen sollten durch relevante KPIs (Key Performance Indicators) gemessen und dargestellt werden. Neben rein internen Kennzahlen ist es ebenfalls hilfreich, wenn externe Faktoren (Netzwerkkennzahlen) miteinbezogen werden. Zusammengefasst werden entsprechende Kennzahlen und Bewertungen bzw. Handlungsaufforderungen oftmals in Supply Chain Scorecards (Bewertungsbögen). Die letztliche Zusammenstellung der Kennzahlen hängt von der strategischen Ausrichtung aus, geläufige Werte sind aber beispielsweise: Lagerumschlagshäufigkeit; Perfect Order Index, der die fehlerfreie Auftragsabwicklung in der gesamten Wertschöpfung feststellt; Kapitalbindungsdauer (Cash-to-Cash Cycle) gibt an, wie lange der Zeitrahmen zwischen der Bezahlung von Zulieferern und dem Zahlungseingang von Kunden ist und die Bedarfsdeckungsrate gibt an, wie viele Aufträge mit dem Lagerbestand direkt gedeckt werden können.  

 

Treffen Sie datengestützte Entscheidungen 

Der grösste Vorteil, der durch eine vollständige Abbildung aller Waren- und Materialflüsse entsteht, ist eine Transparenz hinsichtlich der Effektivität der Supply Chain. Auf dieser Basis lassen sich jederzeit Auswertungen erstellen, die datengestützte Entscheidungen ermöglichen. Moderne ERP-Systeme können bei der Auswertung von relevanten Kennzahlen unterstützen und diese in Dashboards visuell darstellen. Für das Management lassen sich so Handlungspunkte identifizieren und bei diesen direkt eingreifen, um die Supply Chain optimal aufzustellen. 

Kategorien: Cloud, ERP, KMU, myfactory, Agile Geschäftsmodelle

Über den Autor

David Lauchenauer

David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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