5 Gründe für die mobile Datenerfassung im Lager

von Sandra Bültermann, Autorin am 19.05.2021, 3 min Lesezeit

Soeben bestellt und schon geliefert – ganz so funktioniert es leider noch nicht. Aber das Verhalten von Endverbrauchern zeigt, dass Geschwindigkeit belohnt wird. Schlagworte wie „Express-Lieferung“ oder „Sofort“ animieren zum Kauf. Auch Geschäftskunden verlangen nach immer schnelleren Lieferungen. Unternehmen, die ihre Logistik digitalisieren, sind in der Lage, den Informations-, Material- und Lagerfluss so zu optimieren, dass sich Lieferungen beschleunigen. Insgesamt führen optimierte Lagerprozesse zu einer Effizienzsteigerung des gesamten Unternehmens. Die mobile Datenerfassung, kurz MDE, hilft hier, die Abläufe im Lager zu optimieren. 

Zuverlässiges Lager-Management in der Cloud 

Durch die mobile Datenerfassung ist es möglich, alle relevanten Lager- und Logistikprozesse mit Mobilgeräten in Echtzeit zu buchen und in der ERP-Lösung abzubilden. Ob Wareneingang, Umlagerung, Kommissionierung oder Inventur – ausgestattet mit mobilen Endgeräten, wie Smartphone, Tablet oder Notebook, steuern Mitarbeiter zahlreiche Abläufe schnell und einfach. Auch transportable Bluetooth-Scanner helfen dabei, direkt während des Arbeitsvorgangs im Lager bzw. in der Produktion Lagerbewegungen und Artikel zu erfassen. Im Gegensatz zu manuellen Eingaben bietet die Verarbeitung von Barcodes die nötige Sicherheit beim Erfassen von Artikelnummern, Lager und Lagerplätzen sowie Logistikdaten. Durch die Anbindung ans ERP-System sind sämtliche Informationen durchgängig im gesamten Unternehmen in Echtzeit verfügbar, wodurch schnellere, gezieltere und vorausschauende Reaktionen möglich sind.  

 

Typische Aufgaben im Lager effizienter abwickeln 

Die Effizienz im Lager lässt sich durch MDE erheblich steigern, da es nicht mehr erforderlich ist, alle Vorgänge manuell auszuführen. Stattdessen erfassen Mitarbeiter einzelne Artikel einfach mit einem Scanner, der die entsprechenden Informationen ohne Umwege in die Warenwirtschaft überträgt. Der Vorteil ist, dass nichts mehr von Hand erfasst werden muss, die gesamte Abwicklung somit schneller erfolgt, und etwaige Eingabefehler vermieden werden. Zu den typischen Aufgaben im Lager zählt beispielsweise die Kommissionierung von Aufträgen. Durch Unterstützung der mobilen Datenerfassung ruft der Mitarbeiter in der Logistik die ihm zugeteilten Aufträge über sein Mobilgerät ab. Nach Auswahl eines Auftrages kann er die Artikel Position für Position in der richtigen Menge entnehmen. Dazu erhält er auf dem Display u.a. Auskunft über den Lagerplatz sowie die vorhandene Menge. Bei nicht ausreichendem Lagerbestand werden ggf. weitere Plätze mit dem gleichen Artikel angezeigt. Sobald der Mitarbeiter den entsprechenden Lagerplatz erreicht, scannt er den Artikel ein und prüft bzw. bestätigt die entsprechende Menge. Der Lagerbestand wird automatisch aktualisiert. Wurden alle Positionen eines Auftrages gepickt, lassen sich Lieferschein sowie Rechnung automatisch aus dem Kommissionierungsmodul ausdrucken. 

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5 Vorteile von Mobile Datenerfassung (MDE)

#1 Zeitersparnis 

Wer Daten erst auf Papier erfasst und später in die Warenwirtschaft überträgt, verschwendet nicht nur Papier, sondern vor allem viel Zeit – und riskiert Fehler. Zudem dauert es lange, bis die Informationen in digitaler Form zur Verfügung stehen. Werden Daten hingegen direkt mobil, etwa über Barcode-Scanner, und mit benutzerfreundlichen Anwendungen ins System eingepflegt, sind sie direkt für alle Mitarbeiter verfügbar. Das vermeidet Medienbrüche sowie unnötige Lauf- und Kommunikationswege zwischen Lager- und Büromitarbeitern.  

#2 Höhere Datenqualität und Senkung der Fehlerquote 

Indem Daten mobil am Ort des Geschehens erfasst werden, erhöht sich die Datenqualität. Einerseits weil keine Fehler beim Übertragen von Papier zum PC entstehen. Andererseits, weil schon während der Eingabe Plausibilitätsprüfungen stattfinden. Datenredundanzen gehören durch MDE der Vergangenheit an. 

 

#3 Korrekte Bestände 

Mit der höheren Datenqualität gehen automatisch korrekte Lagerbestände einher. Da alle Lagerbewegungen und Bestände permanent fortgeschrieben werden, sind sämtliche Daten im ganzen System immer auf dem aktuellen Stand. Schwachstellen lassen sich schneller aufdecken, die ohne MDE unter Umständen vielleicht unbemerkt blieben, so z. B. in der Chargenverwaltung. Zudem gewährleistet ein korrekter Bestand, Kunden zuverlässige Informationen zu Lieferterminen nennen zu können.  

 

#4 Intuitive Bedienung 

ERP-Lösungen aus der Cloud sind vollständig webbasiert. Das heisst, sie erfordern keine Installation. Ausserdem zeichnen sie sich durch eine intuitive Bedienung aus. Da heute jeder den privaten Gebrauch von Tablets und anderer Mobilgeräte gewohnt ist, erhöht das die Akzeptanz unter den Mitarbeitern und reduziert die Einarbeitungszeit auf ein MinimumUm die Bedienung zu erleichtern, wurden die Anwendungen in der Regel für die unterschiedlichen Geräte optimiert, etwa durch grössere Schaltflächen bei der Tablet-Oberfläche.  

 

#5 Immer den Überblick  

Wer hat welchen Prozess angestossen, wo ist welche Ware? Dank mobiler Datenverarbeitung lassen sich solche Fragen schnell beantworten. Durch Echtzeitdaten unterstützt die ERP-Lösung zu jedem Zeitpunkt die vollständige Rückverfolgung aller Warenbewegungen inklusive Chargen. So bleibt die gesamte Lieferkette jederzeit im Blick. Zudem zeigt das ERP per Klick die Lagerbestände und bietet zuverlässige Prognosemethoden. Das erleichtert Planungen und minimiert Sicherheitsbestände. Fällt ein Bestand unter eine zuvor festgelegte Grenze, erhält der zuständige Mitarbeiter einen Hinweis. Durch die laufende Überwachung der Lagerbestände und Inventuren der betrieblichen Bestände, sind Entscheider in der Lage, fundierte unternehmerische Entscheidungen zu treffen. 

 

Fazit 

Wenn Waren im Lager nicht auffindbar sind, Mengen abweichen oder Artikel verwechselt werden, kommt es zu Lieferverzögerungen bzw. zu  fehlerhaften Lieferungen. Beides kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten. Durch MDE im Lager erfassen Sie sämtliche Informationen digital am Ort der Ware – statt handschriftlich. Das verhindert Medienbrüche und macht die Daten in Echtzeit im gesamten Betrieb verfügbar. So erhöhen Sie einerseits Ihre Lieferfähigkeit, andererseits die Kundenzufriedenheit.  

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.