5 Cloud-Mythen auf dem Prüfstand

von Sandra Bültermann, Autor am 29.09.2021, 3 min Lesezeit

In vielen KMU kommen bereits ERP-Lösungen zum Einsatz, die als Software-as-a-Service (SaaS) bezogen und in einem externen Rechenzentrum betrieben werden. Während man hier die Vorteile der Cloud zu schätzen weiss, halten sich bei anderen Unternehmen weiterhin hartnäckige Vorurteile gegenüber der Datenwolke. In diesem Blog-Artikel räumen wir mit fünf Cloud-Mythen auf und zeigen, dass diese wenig mit der Realität zu tun haben.  

Mythos 1: Daten in der Cloud sind nicht sicher 

In der Cloud sind die sensiblen Unternehmens- und Kundendaten für Unbefugte wesentlich schneller zugänglich, als wenn die Rechner im eigenen Serverraum stehen. Diesen Irrglauben haben immer noch viele Menschen. Doch in Wahrheit interessiert es Cyberkriminelle nicht, wo sich die Rechner mit den Daten befinden. Eine Internetverbindung reicht für eine Cyberattacke. Wesentlich entscheidender sind die getroffenen Sicherheitsmassnahmen zur Abwehr von Angriffen. Und da sind Cloud-Anbieter deutlich überlegen. Sie beschäftigen Security-Experten, deren Aufgabe es rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr ist, eine sichere Infrastruktur zu gewährleisten. Ihr Knowhow übertrifft das von IT-Mitarbeitern in KMU in der Regel bei weitem. Mit modernster Technik garantieren externe Rechenzentren den Schutz vor Zugriffen Unbefugter, wie Sie ihn sonst nur an Flughäfen und Kernkraftwerken finden werden. Alarmanlagen, Überwachungskameras und Wachpersonal sind bei den wenigsten KMU im Budget zu finden.  

Mythos 2: Im Falle einer Störung gibt es keinen Zugriff auf die Daten 

Daten, die nicht intern vorgehalten werden, sind bei einem Störfall nicht erreichbar. Auch diesem Mythos sind noch viele Führungskräfte verfallen. In der Realität verhält es sich jedoch ganz anders. Ein Ausfall in der internen IT-Infrastruktur führt schnell dazu, dass Mitarbeiter stundenlang nicht arbeiten können. Von einer Störung im Rechenzentrum des Cloud-ERP-Betreibers hingegen bekommen Unternehmen in der Regel gar nichts mit. Bauliche Massnahmen, wie getrennte Stromkreise, Notstromversorgung oder der direkt Anschluss an ein Kraftwerk, gewährleisten eine dauerhafte Stromversorgung. Und durch täglich durchgeführte georedundante Backups, also Datenspiegelungen zu räumlich entfernten Rechenzentren, ist immer eine Kopie des Systems verfügbar.  Auch bei den weiteren Ausstattungsmerkmalen haben professionelle Rechenzentren die Nase vorn: Sie sind mit Brandschutzmassnahmen, Klimatisierung  und Löscheinrichtungen ausgestattet, die das Risiko einer gravierenden Störung erheblich verringern.  

Mythos 3: Der Datenschutz ist nicht gewährleistet 

Ein „öffentlicher Ort“ im Internet kann garantiert nicht die Sicherheit sensibler Kunden- und Unternehmensdaten gewährleisten. Spätestens seit Einführung der europäischen DSGVO im Mai 2018 hat der Datenschutz manch einem den Schlaf geraubt. Aber auch in diesem Fall ist es so, dass ERP-Anbieter aus der Schweiz die Umsetzung der europäischen sowie schweizer Datenschutzvorgaben sogar vereinfachen. Sie berücksichtigen laufend rechtliche Aspekte und aktualisieren ihre Software entsprechend. Klarheit darüber, ob die Rechtssicherheit durch den ERP-Anbieter gewährleistet ist, liefern Zertifikate und Prüfsiegel, die eine EU-DSGVO-Konformitätsprüfung belegen. KMU ersparen es sich so übrigens, sich selbst laufend mit der aktuellen Gesetzgebung sowie den daraus resultierenden Umsetzungsmassnahmen beschäftigen zu müssen. Es  bleibt also mehr Zeit fürs eigentliche Kerngeschäft. 

Mythos 4: In der Cloud hat man keine Kontrolle mehr über die Daten 

Einmal in der Cloud gespeichert, herrscht der ERP-Anbieter über die Daten und kann damit machen, was er will. Das ist natürlich überspitzt formuliert, aber manch einer befürchtet, die Kontrolle zu verlieren, wenn sich Anwendungen, Unternehmens- sowie Kundendaten ausserhalb der eigenen Mauern befinden. Dem ist natürlich nicht so. Zum einen müssen sich auch Cloud-Anbieter an geltende Gesetze halten. Sämtliche Daten bleiben in Ihrem Besitz, und Sie bestimmen, wer darauf Zugriff erhält. Dazu verfügen die ERP-Systeme über ein ausgefeiltes Rechte- und Zugriffsmanagement, über welches Sie genau steuern, wer worauf Zugriff erhalten soll. So lassen sich etwa auch beim Ausstritt von angestellten oder freien Mitarbeitern aus dem Unternehmen schnell Zugänge sperren. Zum anderen muss man erwähnen, dass ERP-Anbieter ein grosses Interesse daran haben, dass Sie zufrieden und Ihre Daten maximal geschützt sind. Denn nur dann werden Sie die bereitgestellte Business-Infrastruktur lange nutzen.  

Mythos 5: Cloud-Anwendungen sind teurer als On-Premise-Lösungen 

Durch die monatlichen Mietkosten ist das Cloud-ERP-System am Ende wesentlich teurer als die einmal gekaufte On-Premise-Lösung. Die Rechnung geht jedoch nicht auf. Zum einen schlägt der Kauf der Lizenzen eines On-Premise-ERP-Systems kräftig zu Buche. Zum anderen läuft die Software in unternehmenseigenen Serverräumen, die eingerichtet, gekühlt und auf dem neuesten Stand gehalten werden müssen. Für Wartungen und Updates ist in den meisten Fällen zusätzlich ein teurer Vertrag mit dem Software-Anbieter nötig. Ein Cloud-ERP hingegen erfordert lediglich die Anschaffung der (Mobil-) Geräte zur Nutzung der Business Software. Kosten für Serveranschaffung und -pflege, IT-Personal, Sicherheitsmassnahmen und Wartungen entfallen dank Outsourcing. Dafür ist der ERP-Anbieter zuständig – ebenso wie für Weiterentwicklung, Aktualisierung und Backup der IT-Systeme. Auch die Stromkosten reduzieren sich ohne eigenen Serverraum erheblich. Bei einem modular aufgebauten ERP-System aus der Cloud entsprechen die Kosten dem tatsächlich benötigten Funktionsumfang. Für Expansionen oder saisonalen Schwankungen lassen sich Module und die Anzahl der aktiven Nutzer jederzeit flexibel anpassen. 

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Sandra Bültermann, Autor
Über die Autorin:
Sandra Bültermann, Autor
Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.