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Vom ERP zum E-Commerce Portal

[fa icon="calendar"] 18.04.18 09:00 / von David Lauchenauer

David Lauchenauer

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Die Vernetzung von Geschäftsprozessen über Unternehmensgrenzen hinweg vereinfacht die Zusammenarbeit zwischen Lieferanten, Kunden und Partnern. Informationen können schneller ausgetauscht und Arbeitsschritte sinnvoller verteilt werden. ERP-Systeme bieten die Möglichkeit, allen Beteiligten eine gemeinsame Datenbasis zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig können alle Prozesse über ein zentrales System gesteuert werden. Erfahren Sie in unserem Beitrag, welchen Mehrwert das ERP als E-Commerce-Portal bietet und was es dazu braucht.

Digitale Vernetzung: Niemand ist eine Insel

Mit seinem Gedicht «Niemand ist eine Insel» gelang dem englischen Schriftsteller John Donne vor rund 400 Jahren ein wunderbares Stück Weltliteratur. Etwas gewagt, aber durchaus zutreffend: Der Titel bringt die digitale Vernetzung der Gegenwart perfekt auf den Punkt. Kaum ein Unternehmen, welches nicht auf irgendeine Weise Daten mit Dritten austauscht. Schnittstellen für den Datenimport und -export gehören deshalb seit jeher zum Standardrepertoire von betriebswirtschaftlichen Applikationen. Allerdings hat dieser Austausch durchaus seine Tücken. Unterschiedliche Datenformate, zeitverzögerte Synchronisation und Fehler bei der Datenübermittlung sind nicht die einzigen Schwachstellen. Auch die (teure) Realisierung und der Unterhalt von Schnittstellen führen dazu, dass Geschäftsprozesse oft nur punktuell über die Unternehmensgrenzen hinweg verbunden sind. Das ist nicht unbedingt das, was sich KMU vom ERP der Zukunft wünschen.
 

Portal als Zugang zu gemeinsamen Daten

Ein Paradigmenwechsel stellt die Nutzung von gemeinsam genutzten E-Commerce-Portalen anstelle von datenaustauschbasierten Schnittstellen dar. Damit können die oben genannten Probleme vermieden und gleichzeitig unternehmensübergreifende Prozesse optimiert werden. In seinem (sehr empfehlenswerten) Buch «Prozessportale – Architektur zur Vernetzung mit Kunden und Lieferanten» definiert Dr. Thomas Puschmann Portale als «web-basierte, personalisierbare und integrierte Zugangssysteme zu internen und externen Applikationen, die der Unterstützung von Kunden-, Lieferanten und Mitarbeiterprozessen dienen.» Dadurch, so der Autor, verschaffen sie internen und externen Benutzern einen rollen-basierten, prozessorientierten Zugang zu einem umfassenden Set an aufeinander abgestimmten Mehrwertdiensten.

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Dritte in die eigenen Prozesse einbinden

Die Integrationsfähigkeit eines ERP ist ein wichtiger Massstab auf dem Weg zur Smart Factory. Grundsätzlich geht es bei einem E-Commerce-Portal darum, den Geschäftspartnern oder auch den Mitarbeitern Zugriff auf ausgewählte Funktionen oder Datenbereiche des eigenen Systems zu gewähren. Dadurch können die oben genannten Schnittstellenprobleme elegant umgangen werden. Doch das ist nicht alles. Verschiedene Anbieter bieten inzwischen flexible Portal-Erweiterungen ihrer ERP-Software mit einer umfangreichen Berechtigungslogik an. Damit ist es nicht nur möglich, Informationen abzurufen, wie etwa Lagerbestände oder Preise, sondern auch das Erfassen von Daten. Externe Partner können zum Beispiel, Bestellungen erfassen, Adressen ändern oder Produktsortimente pflegen.
 

Möglichkeiten des ERP besser nutzen

Mit der zunehmenden Verbreitung von Cloud-Technologien erschliessen sich E-Commerce-Portalen ganz neue Möglichkeiten. Die Web-Architektur nativer SaaS-Anwendungen ist bestens für die erweiterte Nutzung vorbereitet. Dank API-Schnittstellen, Webservices, Microservices, aber auch allein schon dank der bestehenden Softwarestruktur lassen sich personalisierte und geschützte Systemzugänge ohne grossen Aufwand einrichten. Gewisse ERP-Systeme beinhalten bereits vorkonfigurierte Standardfunktionen für E-Commerce-Portale. Der Vorteil dabei ist, dass Informationen sind stets in Echtzeit verfügbar und fliessen unmittelbar in die relevanten Module des ERPs ein. Wann immer es die Kundenanforderungen zulassen, ist daher ein ERP-System mit integriertem B2B-Portal der Anwendung von Drittsystemen vorzuziehen.

Nahezu unbeschränkte Anwendungsbeispielen

In welchem Umfang sich ERP-Systeme als Grundlage für E-Commerce-Portale genutzt werden können, hat Prof. Dr. Thorsten Riemke-Gurzki sehr anschaulich in folgender Grafik dargestellt:

B055 - Grafik Unternehmensportale

 (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Portal_(Informatik)#/media/File:Unternehmensportale.png) 

Basierend auf dem Modell Lieferant – Unternehmen – Kunde lassen sich nahezu unbeschränkte Anwendungsbeispiele vorstellen, wie sich interne Prozesse gezielt erweitern lassen. So könnten Lieferanten beispielsweise einen eigenen Bereich mit ihren Produkten verwalten und Kampagnen initialisieren. Diese Daten lassen sich zum Beispiel im CRM, in der Logistik oder im Verkauf weiternutzen. Auf der anderen Seite können Kunden z.B. ihren Corporate-Shop verwalten, Einkaufssortimente pflegen, Rechnungen einsehen oder Aufträge überwachen. Im Bereich HR/Personal geht der Trend klar in Richtung Employee-Self-Service, wo Mitarbeiter Feriendaten, Krankheits-/Unfallmeldungen, Arbeitsanweisungen und vieles mehr direkt abrufen können.
 

Prozesse vereinfache und beschleunigen

Portale ermöglichen den berechtigen Anwendergruppen den direkten Zugang zu Geschäftsprozessen eines Unternehmens. Damit entfallen komplizierte, langsame und teure Abstimmungsverfahren von Daten. Die externen Prozessbeteiligten werden unmittelbar in das Geschehen eingebunden, was das Kernunternehmen wiederum entlastet. Das bedeutet nicht nur einfachere, schnellere Prozesse, sondern erhöht gleichzeitig die Wertschätzung und Bedeutung der entsprechenden Gruppen – seien dies Lieferanten, Kunden oder Mitarbeiter.

 

Kategorien: Allgemein, Cloud, ERP, eCommerce, Webshop

David Lauchenauer

Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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