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Native Cloud-Software vs. „cloudifizierte“ Lösung – Hierauf müssen Sie achten!

[fa icon="calendar"] 27.09.17 09:45 / von Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Native Cloud-Software vs. „cloudifizierte“ Lösung – Hierauf müssen Sie achten!

Die Cloud ist weltweit auf Vormarsch. Gemäss Gartner wird 2017 allein bei den Cloud-Anwendungen mit einem Wachstum von über 20 Prozent gerechnet. Kein Wunder, versuchen viele Softwareanbieter, auf den immer schneller fahrenden Zug aufzuspringen. Mit dabei sind auch solche, welche bis vor Kurzem noch On-Premise-Lösungen als Mass aller Dinge gepredigt haben. Über Nacht wird jetzt mit ein paar Kunstgriffen aus der Trickkiste eine Cloud-Version fabriziert. Alter Wein in neuen Schläuchen – Kunden sollten dabei vorsichtig sein, denn es ist nicht alles «Cloud», was glänzt.

Cloudifizierte On-Premise-Lösungen

Wer wissen will, ob es sich bei einer Lösung um eine echte webbasierte Anwendung handelt, kann einen einfachen Versuch machen: Man setzt sich im Internet-Café an einen x-beliebigen PC und versucht, von dort aus die Applikation über das Internet zu starten. Der Zugriff auf die Software und deren Verwendung sollte ohne jegliche Zusatzinstallationen wie etwa ein VPN-Client oder anderer technischer Hilfsmittel möglich sein. Bei gewissen On-Premise-Systemen wird dieses Hindernis jedoch umgangen, indem die Software einfach bei einem Service-Provider auf einem remote zugänglichen Server installiert wird. Das Problem von solchen «cloudifizierten» Lösungen ist, dass deren Systemarchitektur unverändert bleibt und sich oft am ursprünglichen On-Premise-Modell orientiert. Das führt in der Regel zu schwerfälligen Applikationen, welche nach wie vor einen hohen Wartungsaufwand für jeden Kunden bedeuten.

ASP macht noch keine Cloud

Die Begriffe ASP (Application Service Providing) und SaaS (Software as a Service) sind für viele Benutzer verwirrend. Dieses Missverständnis wird nicht selten dazu benützt, um die nicht vorhandene Cloud-Fähigkeit einer Lösung zu suggerieren. Halten wir fest: Bei ASP stellt ein technischer Provider lediglich einen Server zur Verfügung, nicht aber Software an sich. Jeder Kunde hat seinen eigenen Server, auf dem die individuellen Anwendungen installiert sind. Umgekehrt beim On-Demand-Modell von SaaS-Lösungen: Hier teilen sich mehrere Kunden die gleiche Software und den gleichen Server (natürlich sind alle Daten strikt voneinander getrennt). Der Vorteil ist, dass die Kosten auf mehrere Parteien verteilt werden. SaaS-Lösungen bieten dadurch oft einen deutlichen Preisvorteil gegenüber «cloudifizierten» Lösungen. Und noch etwas: Bei echten Saas-Lösungen trägt die Verantwortung für das reibungslose Funktionieren der Software der Cloud-Anbieter. Raten Sie, wer dafür beim ASP-Modell zuständig ist.

Nachteile von cloudifizierten Lösungen

Während bei Cloud-Lösungen die Kunden aus verschiedenen Abo-Modellen auswählen können, besteht das Angebot einer cloudifizierten Software oft aus einer einzigen «Cloud»-Version. Sobald der Hersteller ein neues Release herausgibt, müssen sich Kunden – im Gegensatz zu SaaS-Anwendern – selber um das Update kümmern. Während des Cloud-Betriebs können sich unliebsame Eigenschaften der ursprünglichen On-Premise-Herkunft bemerkbar machen. Sei dies in Form von mangelnder Performance oder Inkompatibilität mit anderen webbasierten Applikationen. Nicht zu vernachlässigen ist bei gewissen Herstellern die Lizenzfrage: Wie sind Datenbank-Clients oder variierende Benutzerzahlen geregelt? Als Konsequenz werden Systeme dann lieber eine Nummer zu gross konzipiert, was zu unnötigen Kosten für den Kunden führt.

Software als Service verstehen

Dass ein Softwarehersteller in der Lage ist, eine gut funktionierende Applikation zu entwickeln, sei unbestritten. Dass dieser sich aber auch zu einem Spezialisten für ein sicheres, professionelles Hosting wandelt, ist eher zweifelhaft. Die Gefahr besteht, dass dies einem Dritten anvertraut wird, so dass sich der Kunde schlussendlich mit mehreren Lieferanten konfrontiert sieht. Für Anbieter von echten Cloud-Lösungen gehen Software und Hosting Hand in Hand und sind gemeinsam die Grundlage für das Geschäftsmodell. Ein SaaS-Anbieter wird deshalb dem Hosting stets den gleichen Stellenwert einräumen wie der Lösung selber. Mehr noch: Konzipiert für den «On-Demand»-Bedarf der Kunden sind Cloud-Lösungen auf Skalierbarkeit ausgelegt: Sowohl bei der Anzahl der Benutzer als auch beim Funktionsumfang lässt sichdie Anwendung flexibel an die jeweils aktuellen Kundenbedürfnisse anpassen. Im Gegensatz zu lediglich cloudifizierten Lösungen – und das ist vermutlich der grösste Unterschied – wird die Software von Grund auf als Service verstanden.

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Kategorien: SaaS, Allgemein, Cloud, Service

Christian Bühlmann

Autor: Christian Bühlmann

Christian Bühlmann (*1964) ist seit 1989 im Bereich Business Software tätig. Während dieser Zeit hat er sich als Projekt- und Marketingleiter bei verschiedenen Softwareanbietern umfassende Kenntnisse des Schweizer IT-Markts erworben. Seit 2011 ist er als Chefredaktor eines Fachmagazins für Business Software tätig, publiziert regelmässig Beiträge über aktuelle IT-Themen und ist verantwortlich für den Bereich Publishing der Schweizer Business Software Plattform topsoft.

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