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Datenmigration von On-Premise zu Cloud ERP – So geht‘s

[fa icon="calendar"] 19.07.17 08:51 / von Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Datenmigration von einem On-Premise ERP zu einem Cloud ERP

Immer mehr Unternehmen wechseln von lokal installierten (On-Premise) ERP-Systemen in die Cloud. Damit verbunden: die Migration bestehender Daten. Nebst technischen Aspekten müssen dabei auch regulatorische Aspekte beachtet werden. Der Serverstandort des Hosting-Partners ist entscheidend hinsichtlich Sicherheit und Verfügbarkeit. Die Freiheit über den Wolken ist zwar grenzenlos, wird aber durch Datenschutzgesetze stark eingeschränkt. Datenmigration in die Cloud ist daher mehr als eine Frage der Technik.

Technik ja, aber nicht nur

Betrachten wir zuerst die technische Seite einer Datenmigration. Egal, ob zu Wasser, zu Land oder in der Luft, es geht stets darum, Daten aus einer Datenbank auszulesen und in die Struktur einer anderen Datenbank einzulesen. Das hat mit der Cloud erstmals gar nichts zu tun. Einige Cloud-Softwareanbieter erleichtern aber den Umstieg mit bordeigenen Tools für den Datenimport aus Drittsystemen. Wobei, der Import ist erfahrungsgemäss das kleinste Problem. Deutlich mehr Aufwand erfordern der Datenexport aus dem Altsystem sowie eine konsistente Aufbereitung der Datensätze. Hier stellen sich klassische «Migrationsfragen»:

  1. Welche Daten sollen übernommen werden?
  2. Wie weit zurück soll der Zeitraum reichen?
  3. Welche Qualität haben die alten Daten?

Häufig haben sich im alten System Daten über Jahre angesammelt. Da ist nicht nur viel Schrott dabei, vielfach enthalten «missbrauchte» Felder auch eine wirre Mischung aus Text, Zahlen, Abkürzungen, Querverweisen usw. Meistens sind die Mitarbeitenden, welche diese Hieroglyphen entziffern könnten, längst pensioniert. Das Korrigieren und Zusammenführen von existierenden Daten kann so aufwändig sein, dass es manchmal einfacher ist, eine gewisse Zeit lang noch eine Look-up-Lizenz des alten Systems beizubehalten und das neue System nicht mit Altlasten zu füllen. 

Cloud ist nicht gleich Cloud

Jetzt kommt’s aber: Neu ist, dass man sich bei der Wahl eines Cloud-ERP schon vorher Gedanken machen muss, wo sich der Datenserver befindet. Das muss nicht zwingend das Firmendomizil des Softwareanbieters sein. Während sich On-Premise-Server meistens in einem (mehr oder weniger gesicherten) Raum innerhalb der Firma befinden, kann der Cloud-Server durchaus auch in einem anderen Land stehen. Und das hat seine Konsequenzen, denn hier gelten die entsprechenden nationalen Datenschutzgesetze. Cloud ist nicht gleich Cloud – entscheidend ist der Serverstandort. Zwar gibt es internationale Bemühungen, die Standards anzugleichen, doch haben wir am Scheitern des Safe-Harbor-Abkommens gesehen, wie unterschiedlich die Vorstellungen von sicheren Daten sind.

Kleiner Grenzverkehr: Schweiz - EU

Die Grenzen zwischen der Schweiz und der EU sind hauchdünn. Auch in Sachen Datenschutz. Eigentlich gehört die Schweiz zu den «Drittländern» ausserhalb der EU. Nicht gerade vertrauenswürdig. Doch da macht die EU-Kommission netterweise eine Ausnahme und meint: «Die Schweiz garantiert bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten einen adäquaten Datenschutz, sodass eine Datenübermittlung ohne eine weitere Überprüfung datenschutzrechtlich zulässig ist» (vgl. Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands). Unternehmen in Deutschland könnten also genauso gut ein Cloud-ERP aus der Schweiz benutzen als auch umgekehrt. Daran wird auch die neue, verschärfte EU-Datenschutzverordnung (EU-DSGVO) nichts ändern, da die Schweiz in Kürze mit einer adäquaten Gesetzesrevision nachdoppelt. Einer Datenmigration EU-Schweiz steht somit nichts im Wege, vorausgesetzt die gesetzlichen Vorschriften werden erfüllt. Und da kommt jetzt als dritter Faktor das Rechenzentrum ins Spiel. 

Das Herz der Cloud schlägt im Rechenzentrum

Moderne Rechenzentren (RZ) haben den Nimbus eines Atombunkers aus dem Kalten Krieg. In Sachen baulicher Sicherheit mag der Vergleich durchaus zutreffen, die technologische Infrastruktur hingegen ist inzwischen natürlich um Lichtjahre fortgeschritten. Hier, tief im Innern des Inbegriffs aller Sicherheit, schlägt das Herz jeder Cloud-Applikation. Geschützt vor allen erdenklichen Ereignissen, optimal eingebettet in hochmoderner Technik und umgeben von einem Wall an Gesetzen und Zertifikaten – so stelle man sich das ideale Rechenzentrum vor. Welchen Anbieter eines Cloud-ERP Sie auch immer wählen, schauen Sie also als erstes immer, in welchem Rechenzentrum schlussendlich Ihre Daten lagern. Und halten Sie es dabei so, wie Carl Benz es einst formulierte: Das Beste oder nichts.

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Kategorien: Allgemein, Cloud, ERP

Über den Autor

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann

Christian Bühlmann (*1964) ist seit 1989 im Bereich Business Software tätig. Während dieser Zeit hat er sich als Projekt- und Marketingleiter bei verschiedenen Softwareanbietern umfassende Kenntnisse des Schweizer IT-Markts erworben. Seit 2011 ist er als Chefredaktor eines Fachmagazins für Business Software tätig, publiziert regelmässig Beiträge über aktuelle IT-Themen und ist verantwortlich für den Bereich Publishing der Schweizer Business Software Plattform topsoft.

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